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Anbau von Kopfsalat im Garten

Kopfsalat ist eine rasch wüchsige Kultur, die sich sehr gut auch als Lückenbüßer auf freiwerdenden Beetplätzen bzw. als Vor- und Nachkultur eignet. Der Anbau ist nicht schwer, wenn man robuste Sorten wählt. Als Nachbarn eignen sich Bohnen, Dill, Erbsen, Erdbeeren, Kohl, Kohlrabi, Mangold, Möhren, Porree, Radieschen, Rote Bete, Spinat, Tomaten und auch Zwiebeln. Die Kombination mit Sellerie oder Petersilie ist ungünstig.

Wer bereits im Mai eigenen Salat ernten möchte, muss unter Glas oder Folie Jungpflanzen vorziehen oder diese beim Gärtner kaufen. Ab Mitte März können die jungen Pflanzen im Schutz eines Folientunnels oder unter Vlies ausgepflanzt werden. Bei sonnigem Wetter das Lüften nicht vergessen. Leichte Minustemperaturen überstehen Salatpflanzen problemlos, bei länger anhaltendem oder stärkerem Frost sollte man sie doppelt abdecken.

Ab April kann der Salat auch ungeschützt ins Freiland gesetzt werden, sofern der Boden sich schon etwas erwärmt hat. Zwischen den Pflanzen sollte man einen Abstand von 25cm einhalten, dasselbe gilt für die Reihenabstände. Salat darf man nicht zu tief setzen, da er sonst dazu neigt zu faulen. Am besten, man wählt denselben Abstand zur Erde, wie er bereits im Anzuchttopf bestanden hat. Für kleinere Haushalte kann man immer zwei Salatpflanzen dicht zusammensetzen, sie bilden dann quasi einen gemeinsamen "Kopf", und man kann die eine Hälfte ernten und die andere noch stehen lassen.

Bei der Aussaat sollte Salat nicht mehr als einen Zentimeter, besser nur einen halben mit Erde bedeckt werden. Um die ganze Saison über frischen Salat im Garten zu haben, muss man regelmäßig alle zwei bis vier Wochen nachsäen und dabei die Sorte an die Jahreszeit anpassen.

Im Sommer läuft Kopfsalat bisweilen kümmerlich auf, da er bei Hitze nicht keimen mag. Ein Trick ist es, die Saatkörner zwischen feuchtem Küchenkrepp im Kühlschrank ein oder zwei Tage ankeimen zu lassen und dann abends in die Saatreihen zu legen. Auf ausreichende Feuchtigkeit muss in den Folgetagen geachtet werden.

Während der weiteren Entwicklung der Pflanzen sollte man öfter einmal hacken, um die Konkurrenz durch Unkräuter zu unterbinden. In längeren Trockenzeiten muss der Salat gegossen werden, damit er nicht zu rasch zu schießen beginnt. Der Nährstoffbedarf ist gering, wenn noch Düngung von vorangegangenen Kulturen besteht, kann auf weitere Düngergaben verzichtet werden, ansonsten reicht ein wenig Kompost. Stark stickstoffhaltiger Dünger erhöht den Nitratgehalt des Salates und macht die Pflanzen anfälliger für den Befall durch Blattläuse und Schnecken.

Sorten

Es gibt eine sehr große Sortenvielfalt. Man unterscheidet Sorten für die verschiedenen Jahreszeiten sowie nach Farben, Blatt, Größe, Geschmack etc.

  • Maiwunder, Winter-Butterkopf und Roter Parella sind Sorten, die im September ausgesät und unter dem Schutz von einem Vlies oder im Frühbeetkasten – in mildem Klima auch ganz schutzlos – überwintert werden können. Im Spätherbst oder auch im zeitigen Frühjahr werden die Pflanzen auf ihr endgültiges Beet umgesetzt. Mit zunehmender Wärme entwickeln sie sich rasch, so dass schon Ende April ganze Köpfe geerntet werden können, in kälteren Frühjahren kann es bis Mitte Mai dauern.
  • Maikönig ist eine bewährte Sorte für den frühesten Anbau im Kalten Kasten, unter Vlies oder auch im Freiland. Er entwickelt zarte gelbgrüne Blätter. Im Herbst kann man ihn unter Schutz ebenfalls ziehen.
  • Hofmanns Aurora ist eine frühe Sorte, die sowohl unter Schutz wie im Freiland früh im Jahr angebaut werden kann.
  • Attraktion ist eine recht hitzebeständige Sorte, die im Gegensatz zu den zuvor genannten Sorten nicht dazu neigt, schnell zu schossen. Er eignet sich zur Aussaat im Spätfrühjahr und kann auch in kühlen Sommern erfolgreich kultiviert werden.
  • Brauner Trotzkopf hat hellgrüne sowie rot-braune Blätter und lässt sich auch im Sommer gut anbauen. Das Blatt ist sehr zart. Es gibt mittlerweile auch einen „verbesserten Trotzkopf", der noch weniger zum Schossen neigt.
  • Roxy ist eine neuere Züchtung mit ähnlichen Eigenschaften wie der Braune Trotzkopf, dazu ist er noch unempfindlich gegen Falschen Mehltau.
  • Merveille des quatre saisons soll für den Anbau im Frühjahr, Sommer und Herbst gleichermaßen geeignet sein. Das Blatt ist rötlich.
  • Dynamite ist eine Sorte für den Anbau im Sommer und Herbst. Sie wird nicht von der grünen Blattlaus befallen und ist unempfindlich gegen Falschen Mehltau.
  • Brune Percheronne ist eine alte Sorte mit grünen Blättern, die einen rötlichen Rand haben. Er ist recht schossfest und kann im Frühjahr und Frühsommer sowie im Herbst angebaut werden.
  • Eissalat (Krachsalat) ist eine Unterart des Kopfsalates. Er bildet sehr feste geschlossene Köpfe und wiegt mitunter mehr als ein Kilo. Das Blatt ist fest und knackig. Der Anbau von Eissalat im Freiland ist schwierig, da er bei hohen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht dazu neigt, Kondenswasser zwischen den Blättern zu bilden, was zu Fäulnis führt. Im Glashaus gelingt die Kultur besser. Eissalat wird hauptsächlich vom Frühsommer bis in den frühen Herbst hinein angebaut.
  • Laibacher Eis / Grazer Krauthäuptel ist eine bewährte recht späte Sorte, die sehr große feste Köpfe mit knackigen Blättern entwickelt.
  • Moderne Eissalatsorten wie Barcelona, Calmar oder Modiva sind weitgehend unempfindlich gegen Pilzerkrankungen und recht schossfest.
  • Bataviasalat lässt sich zwischen dem normalen Kopfsalat und dem Eissalat einordnen. Die Köpfe sind ebenfalls recht fest, aber nicht ganz so geschlossen wie beim Eissalat. Das Blatt ist etwas weniger knackig. Batavia gibt es mit grünen und rötlichen Blättern. Der Anbau im Freiland ist erfolgreicher als beim Eissalat.
  • Leny ist eine grünblättrige Bataviasorte mit festem Kopf, die von der grünen Blattlaus nicht aufgesucht wird und unempfindlich gegen Falschen Mehltau ist. Schossfest und geeignet für den Anbau vom Frühjahr bis in den Herbst.
  • Weitere moderne Bataviasorten sind Kendo, Rosinski und Teide, die allesamt als schossfest gelten und auch im Sommer angebaut werden können.

Schädlinge und Krankheiten

Salat wird gerne von Schnecken und Blattläusen befallen. Dagegen hilft am besten ein Schneckenzaun oder ein Schneckenkragen um die einzelnen Pflanzen.

Gegen den Befall mit Blattläusen helfen Spritzungen mit einem Auszug aus Brennnessel (1 kg Brennnessel auf 10 Liter Wasser einen Tag lang ansetzen) oder mit einer Mischung aus Milch, Rapsöl und Wasser (2 Liter Wasser, ½ Liter Milch, drei Esslöffel Rapsöl). Von Spritzungen mit Insektiziden sollte man absehen, da man damit auch Nützlingen wie den Marienkäfern schadet, die die Blattläuse gerne vertilgen, zudem bekommt man durch den Verzehr des Salates möglicherweise selbst noch etwas von den Insektiziden ab.

Es gibt Salatsorten, die von Blattläusen weniger befallen werden. Da Blattlausbefall vor allem in längeren Trockenheitsperioden ein Problem ist, sollte man auf solche Sorten zurückgreifen, wenn man in sommertrockenen Regionen gärtnert.

Weiterhin wird Kopfsalat bisweilen in feuchtwarmen Monaten vom Falschen Mehltau befallen. Erkrankte Pflanzen vernichten. Es gibt unempfindliche Sorten. Man kann vorbeugen, indem man den Salat an einen luftigen Platz pflanzt, stehende Luft ist ungünstig. Allgemein bevorzugt Salat eher kühlere als hochsommerliche Witterung und kann im Hochsommer auch im lichten Schatten gepflanzt werden.

Ernte, Lagerung und Konservierung

Kopfsalat kann bereits geerntet werden, bevor er seine endgültige Größe erreicht hat. Das ist sogar empfehlenswert, da häufig alle Köpfe von einem Aussaattermin gleichzeitig erntereif sind und dann nur wenige Tage halten, bevor sie zu schießen beginnen. Am günstigsten ist es, die Erntezeit durch die regelmäßige Aussaat in kleinen Sätzen zu strecken.

Bereits geernteter Kopfsalat hält sich umwickelt mit feuchtem Küchenkrepp im Kühlschrank zwei, drei Tage, verliert aber deutlich an Qualität. Eisberg- und Bataviasalat hingegen halten länger frisch.

 

© Copyright Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autorin