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Kürbis in der Geschichte

Der Ursprung der heute bekannten Speisekürbisse liegt in Mittel- und Südamerika. Dort gehören Kürbisse seit 10.000 Jahren zu den Grundnahrungsmitteln der indigenen Bevölkerung. Traditionell wird Kürbis in Mischkultur mit Mais und Bohnen angebaut. Angeblich hat Christoph Kolumbus den Kürbis von seiner Amerikafahrt mit nach Europa gebracht. Fakt ist, daß der Kürbis seit dem 16. Jahrhundert in Europa und Asien bekannt ist. Auch nach Nordamerika hin breitete sich der Kürbisanbau aus. Während Kürbis in Mitteleuropa bis ins 20. Jahrhundert vor allem als Viehfutter betrachtet wurde, war die Nutzung in den USA von je her vielfältiger. Beim amerikanischen Erntedankfest Thanksgiving spielt der Kürbis (Squash) neben dem Truthahn traditionell eine wichtige Rolle.

In Deutschland wurde Kürbis zur Ölgewinnung und als Viehfutter verwendet, er wurde auch süß-sauer eingemacht. Erst in den letzten Jahren wird Kürbis als vielseitig zuzubereitendes Gemüse immer beliebter. Am stärksten verbreitet sind die Sorten gelber Zentner und seit einigen Jahren der aus Ostasien stammende Hokkaido, der wegen der küchengerechten Größe und des aromatischen Geschmacks sehr beliebt ist.

In den USA und von dort auch nach Europa wirkend spielt der Kürbis eine große Rolle an Halloween, welches ein ursprünglich irischer Brauch ist. Kürbisse werden ausgehöhlt, bekommen ein Gesicht geschnitzt, und es wird eine Kerze hineingestellt. Das gruselig flackernde Gesicht soll stellvertretend für die an Halloween herumgeisternde Seele des Iren Jack O'Lantern stehen, der einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte und deshalb nicht zur Ruhe kommt.

Ebenfalls eine US-amerikanische Tradition sind große Wettbewerbe im Kürbiswiegen. Von Jahr zu Jahr bringen die Züchter schwerere Exemplare zu den Wiegeplätzen, der Rekord des Jahres 2007 liegt bei 767 kg. Bei den Europameisterschaften gewann ein schwedischer Kürbiszüchter mit einem 534 kg schweren Exemplar. Der bislang größte deutsche Kürbis wurde 2008 gezüchtet und wog 604 kg. Samen von solchen Monsterexemplaren werden teuer gehandelt.

In Ludwigsburg finden alljährlich im Herbst eine große Veranstaltung zum Thema Kürbis sowie die deutschen und europäischen Meisterschaften im Kürbiswiegen statt. Bei einer Ausstellung waren dort mehr als 500.000 Kürbisse in 400 Sorten zu bewundern.

 

© Copyright Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autorin