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Blumenkohl-Anbau im Garten

Blumenkohl kann ein- oder zweijährig kultviert werden, wobei die einjährige Kultur die verbreitetere Methode ist. Er stellt sehr hohe Ansprüche, benötigt guten humosen Boden in warmer vollsonniger Lage.

Wenn man für die unterschiedlichen Anbauzeiträume passende Sorten wählt, kann man Blumenkohl aus dem Freiland zwischen Juni bis zum ersten Frost ernten. Wer bereits ab Juni ernten möchte, muss schon im Januar, spätestens Februar die Pflänzchen im geheizten Gewächshaus vorziehen. Die Samen werden nur etwa zwei Millimeter mit Erde bedeckt. Nach der Bildung der ersten richtigen Blätter pikieren auf einen Abstand von etwa 5 cm. Nach etwa 6 Wochen (bei späteren Aussaaten auch nach vier Wochen) haben die Jungpflanzen eine Größe erreicht, die sich gut zum Auspflanzen eignet. Nur die gesündesten und am besten entwickelten Pflanzen dazu nehmen. In rauheren Gebieten sollte im März bzw. April noch unter Lochfolie oder Vlies ausgepflanzt werden. Der Abstand sollte etwa 50x50 cm betragen. Bei guter Witterung kann die Bedeckung abgenommen werden, drohen noch einmal Frostnächte, so brauchen die Pflanzen unbedingt wieder Schutz.

Blumenkohl ist ein ausgesprochener Starkzehrer und kommt auch mit frischem organischen Dünger – Stallmist oder Kompost – gut zurecht. Nach der Grunddüngung kann im Wachstumsverlauf noch drei oder viermal ein wenig Stickstoff als Kopfdünger gegeben werden. In den letzten Wochen vor der Ernte sollte aber auf weitere Düngung verzichtet werden, um die Nitratanreicherung im Gemüse nicht so hoch zu treiben. Blumenkohl gedeiht im übrigen gut in neutralem Boden, so dass vor der Pflanzung auch gekalkt werden darf. Bei trockener Witterung muss der Blumenkohl regelmäßig gegossen werden, damit Wachstumsstockungen vermieden werden. Mulchen mit organischem Material wie z.B. Rasenschnitt oder Brennnesselblättern erfüllt einen doppelten Zweck, es hält die Bodenfeuchtigkeit und bringt Stickstoff mit sich. Regelmäßiges Hacken zwischen den Reihen und leichtes Anhäufeln der Pflanzen verbessern die Ernte. Bei sehr starker Sonne im Hochsommer sollte man die sich entwickelnden Blumen mit einem Blatt o.ä. abdecken, damit sie ihre weiße Farbe behalten und nicht vergilben.

Sorten

Für den Anbau zu unterschiedlichen Jahreszeiten sollte man unbedingt besonders geeignete Sorten wählen. Erfurter Zwerg, eine bewährte Sorte für den frühen Anbau ab Februar. Die Blumen reifen mit gutem zeitlichen Abstand zueinander aus, so dass nicht alles auf einmal geerntet werden muss. Auch bleiben sie etwas kleiner als bei modernen Sorten. Clapton ist eine moderne Züchtung, die resistent gegen die Kohlhernie ist. Diese weißfleischige Sorte wird zwischen März bis Mai für die Sommerernte ausgesät.

  • Erfurter Zwerg eine weiße Sorte, unkompliziert im Anbau. Die Blumen lassen sich über einen langen Abstand nach und nach ernten. Gut für die frühe Anzucht schon ab Februar geeignet.
  • Walcheren Winter, diese Sorte wird im Juni oder Juli ausgesät, im August an einen windgeschützen Standort verpflanzt und kann im folgenden Jahr ab April beerntet werden, wenn kaum anderes frisches Gemüse zur Verfügung steht. Sie bildet weiße mittelgroße Köpfe. Großer Pflanzabstand nötig.
  • Di Sicilia Violetto, eine frühe Sorte aus Italien. Die Blüte wird violett, der Geschmack ist kräftiger als bei den weißen Sorten. Anbau im zeitigen Frühjahr, dann Ernte ab Juli möglich.
  • Cheddar F1 gehört auch zu den bunten, effektvollen Neuzüchtungen. Er hat eine orange Blüte, die viel Provitamin A (Beta Karotin) enthalten soll. Anbau im Frühjahr.
  • Shannon ist eine hellgrüne Sorte, ein Romanesco-Typ, die fester und kräftiger im Geschmack sind. Besonders geeignet für die Herbsternte. Gesät wird im Juni.

Schädlinge und Krankheiten

Wie alle Kohlsorten wird auch Blumenkohl gerne von dem Kohlweißling, einem Schmetterling, aufgesucht, der seine Eier an die Unterseite der Blätter legt. Sie können leicht mit den Fingern zerdrückt oder abgestreift werden. Ein Vogelnutznetz verhindert die Eiablage der Schmetterlinge. Sind die Larven erst einmal geschlüpft, vertilgen sie in kürzester Zeit große Blattmassen.

Besonders beliebt ist der Blumenkohl bei der Kohlfliege. Die Hauptbefallszeit ist der Juli. Sie legt ihre Eier an dem Wurzelhals der jungen Pflanzen ab. Die Maden fressen dann an den Wurzeln und können damit die jungen Pflanzen so sehr schädigen, dass sie absterben. Mit Gemüseschutznetzen kann der Befall verhindert werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, Kragen aus Pappe oder Kunststoff um die Wurzelhälse zu legen. Die Fliege legt ihre Eier dann auf die Pappen, wo sie vertrocknen. Gesteinsmehl an die Wurzelhälse gestreut, wirkt vorbeugend. Befallene Pflanzen sollte man ausgraben und vernichten.

Erdflöhe treten bei warmem trockenem Wetter auf und durchlöchern die Blätter der jungen Pflanzen, was ihre Wuchskraft erheblich herabsetzt. Die beste Vorbeugung dagegen ist, den Boden stets feucht zu halten. Auch Mulchen hilft. Häufig hacken und harken!

Kohlhernie – dieser Schleimpilz führt zu einer Verformung der Wurzel und zum Absterben der Pflanze. Befallene Pflanzen vernichten, nicht kompostieren. Auf das betroffene Beet sollten sieben Jahre lang keine Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler, also Kohl, Rettich, Senfgewächse etc. mehr kommen. Kalkstickstoff beugt vor. Mittlerweile gibt es erste resistente Sorten.

Allgemein zur Krankheitsvorbeugung sollte man immer bei der Ernte die Strünke mit herausziehen und vernichten, nicht kompostieren.

Ernte, Lagerung und Konservierung

Da Blumenkohl nicht gleichmäßig reift, kann von einer Pflanzung über eine Zeitraum von etwa zwei Wochen geerntet werden. Wer länger Blumenkohl ernten möchte, muss zeitlich versetzt säen bzw. pflanzen. Geerntet werden die weißen (je nach Sorte auch gelben oder violetten) geschlossenen Blütenstände. Wenn diese sich gebildet haben, muss man regelmäßig kontrollieren, dass sie nicht beginnen, sich aufzulockern, denn dann ist die Reife überschritten. Besonders bei warmem Wetter kann das sehr schnell gehen. Blumenkohl lässt sich im Gemüsefach des Kühlschrankes wenige Tage lagern. Man kann ihn auch waschen und in kleine Röschen teilen, dann einfrieren. Am besten legt man die Röschen dazu einzeln auf ein Gefriertablett und packt sie erst in einen Behälter oder eine Tüte, wenn sie tiefgefroren sind.

 

© Copyright Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autorin