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Chili in der Geschichte

Als Christoph Kolumbus nach Amerika segelte, hatte er eigentlich im Sinn, nach Indien und zu den Gewürzinseln zu fahren, um das arabische Handelsmonopol für Gewürze zu umgehen. Dass dies nicht geklappt hat, ist hinlänglich bekannt. Statt des Schwarzen Pfeffers fand er auf dem amerikanischen Kontinent manch andere Pflanze, die er mit in die Heimat brachte. So hatte er auch Saat von Paprika- und Chilipflanzen dabei.

Im tropischen Amerika wurden diese Gewächse schon seit Jahrtausenden angebaut, wie man durch archäologische Ausgrabungen feststellen konnte. In den Ländern Mittelamerikas gehören vor allem diverse Chili-Sorten auf den täglichen Speiseplan. Die scharfen Früchte sorgen als Gewürzbeigabe dafür, dass Speisen weniger schnell verderben. Sie regen das Verdauungssystem an und wirken auch gegen Darmparasiten. Gerne wurde ein wenig zerriebenes Chilipulver auch den bereits bei den Azteken verbreiteten Kakaogetränken zugegeben. Bald nachdem Kolumbus die Chili mit nach Spanien gebracht hatte, verbreitete sich der Anbau auch in den anderen Mittelmeerländern. Denn mit den scharfen Schoten konnte der teure Schwarze Pfeffer ersetzt werden – deshalb nennt man bis heute Chili auch "spanischen Pfeffer". Besonders in den afrikanischen Mittelmeerländern und in Asien lernte man bald die antibakterielle Wirkung der Schoten zu schätzen, dort wurden mit der Zeit immer schärfere Sorten gezüchtet. In den europäischen Mittelmeerländern hingegen wurden und werden hauptsächlich milde Chilisorten bzw. Gewürzpaprika angebaut, die als Peperoni bezeichnet werden.

Auf dem Weg über die Türkei gelangten Paprika und Chili im 18. Jahrhundert auch nach Ungarn. Dort entwickelte sich eine beachtliche Gewürzherstellung. Die Ungarn züchteten diverse, auch an das etwas kühlere Klima angepasste Sorten, aus denen sich nach dem Trocknen hocharomatisch  bis beachtlich scharfe Paprikapulver herstellen ließen, die in ganz Europa verkauft wurden. Nach Deutschland gelangten Chili lange Zeit nur in Form von ungarischen Gewürzpulvern und im 20. Jahrhundert  als scharfe Gewürzsoße "Tabasco". Frische Chilischoten wurden erst von südeuropäischen und asiatischen Zuwanderern in ihren Restaurants und Gemüseläden bekannt gemacht. Bis in die Gegenwart hinein verhält sich jedoch der größere Teil der deutschen Bevölkerung zurückhaltend gegenüber den scharfen Schoten.

 

© Copyright Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autorin