Mangold Garten Küche Gesundheit Geschichte  

Anbau von Mangold im Garten

Mangold läßt sich problemlos kultivieren. Er kann ab April direkt auf dem Beet ausgesät werden. Dazu werden die Samenknäuel 3cm tief in Reihen mit 40cm Abstand ausgesät. Aus jedem Knäuel entwickeln sich mehrere Pflanzen. Nach dem Aufgehen sollte man nur die kräftigsten stehen lassen und auf mindestens 15-20 cm verziehen. Ein eher enger Abstand ist günstig, wenn man hauptsächlich Blätter ernten möchte, wer gerne gut entwickelte Rippen haben möchte, wählt einen weiteren Abstand.

Der Nährstoffbedarf von Mangold ist mittelstark bis stark. Mit einer Kompostgabe zu Beginn der Kultur und z.B. etwas Brennesseljauche nach mehrmaliger Ernte kommen die Pflanzen gut zurecht. Zuviel Stickstoff sollte vermieden wrden, da die Pflanzen sonst Nitrat in größeren Mengen anreichern. Die Pflanzen lieben chloridhaltigen Boden, so dass man einmalig etwa 1-2 Teelöffel Kochsalz je Quadratmeter Boden ausstreuen kann. Mangold gedeiht gut in Mischkultur mit Bohnen, Fenchel, Kapuzinerkresse, Kohl(rabi), Kopfsalat, Mairüben, Möhren, Pastinaken, Radies und Rettich.

Einige Mangoldsorten können mit einer Abdeckung aus Reisig, Stroh oder Vlies auch überwintert werden und liefern dann ab April noch einmal für wenige Wochen frisches Gemüse, bis sie in Blüte gehen. Dabei erweist sich Blattmangold als toleranter gegenüber der winterlichen Kälte, als es der Stielmangold ist.

Der Ertrag von Mangold ist in der Regel sehr gut und die Pflanzen sind robust und wenig krankheitsanfällig. Insofern ist der Mangold ein ideales Anfängergemüse, allerdings mögen die wenigsten, die ihn mal gezogen haben, noch auf ihn verzichten. Da im Sommer kein Spinat wächst, ist Mangold eine gute Alternative.

Sorten

Es wird unterschieden in Stiel- und Blattmangold. Der Erstgenannte entwickelt breite Stiele, die in Salzwasse gekocht und dann wie Spargel zubereitet werden. Beim Blattmangold werden vorzugsweise die Blätter als Spinat verzehrt, die Stiele sind weniger massig und können mit verarbeitet werden. Es gibt nur wenige Mangoldsorten im Handel.

  • Erbette (Erbetta), auch Ewiger Spinat genannt. Sehr robuster, schossfester und kältetoleranter Typ, bei dem hauptsächlich die Blätter Verwendung in der Küche finden.
  • Lukullus ist eine verbreitete Sorte. Bei enger Pflanzung werden vorzugsweise die Blätter verwendet, pflanzt man mit weitem Abstand, entwickeln sich kräftige Stiele. Lukullus ist abgedeckt gut winterhart.
  • Vulkan ist eine dekorative rotstielige Sorte.
  • Glatter Silber (weißer Silber) ist ein ausgesprochener Stielmangold, der sehr üppige Stiele hervorbringt und dunkelgrüne Blätter trägt.
  • Mangold Rainbow, unter diesem Namen wird eine Mischung von roten, gelben, weißen und grünen Blatt-Mangoldvariationen angeboten. Die bunten Pflanzen sehen wunderschön aus und machen sich auch bestens im Ziergarten. Allerdings überstehen sie den Winter meist nicht.

Verschiedene Sorten Mangold-Saat gibt es bei Garten und Gabel.

Schädlinge und Krankheiten

Blattfleckenkrankheit, eine Pilzerkrankung. Sie zeigt sich durch trockene, braune Flecken mit rotem Rand auf den Blättern. Diese sterben später ab. Bekämpfung ist nicht verhältnismäßig, meist kann die Pflanze trotzdem beerntet werden. Man sollte aber darauf verzichten, sie zu überwintern. Befallene Blätter nicht auf den Kompost geben. Mangold erst nach fünf Jahren wieder auf demselben Beet anbauen.

Falscher Mehltau, auch eine Pilzerkrankung. Sie äußert sich durch helle Flecken auf der Blattoberseite. Auf der Unterseite sind die Flecken dunkel. Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen die Erkrankung. Auch hier sollte man auf das Überwintern verzichten und die befallenen Pflanzen vernichten. Weite Fruchtfolge.

Ernte, Lagerung und Konservierung

Nach etwa sechs Wochen kann erstmals geerntet werden. Dazu werden einige äußere Blätter abgedreht, wenn dies sortenabhängig nicht einfach geht, kann auch geschnitten werden. Das Herz muß unbedingt stehen bleiben, so dass die Pflanze immer wieder neue Blätter nachtreiben kann. Mangold wird sehr schnell schlapp, wenn er erst einmal geschnitten ist. Man kann diesen Prozess verlangsamen, indem man die Stiele in eine Vase stellt. Kleingeschnitten und kurz blanchiert kann man ihn auch gut einfrieren.

 

© Copyright Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autorin