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Anbau von Brokkoli im Garten

Brokkoli kann ein- oder zweijährig kultviert werden, wobei die einjährige Kultur die verbreitetere Methode ist. Er stellt sehr hohe Ansprüche, benötigt guten humosen Boden in warmer vollsonniger Lage. Wenn man für die unterschiedlichen Anbauzeiträume passende Sorten wählt, kann man Brokkoli aus dem Freiland zwischen Juni bis Ende September ernten.

Eine Sonderform ist der in England weit verbreitete Sprouting Brokkoli, den man überwintert und dann je nach klimatischer Lage sogar zwischen März bis Mai ernten kann.

Um Ende Juni ernten zu können, muss Ende Februar mit der Anzucht der Pflänzchen im geheizten Gewächshaus oder warmen Frühbeet begonnen werden. Die Samen werden nur etwa zwei Millimeter mit Erde bedeckt. Nach der Bildung der ersten richtigen Blätter pikieren auf einen Abstand von etwa 5 cm. Nach etwa 6 Wochen (bei späteren Aussaaten auch nach 4 Wochen) haben die Jungpflanzen eine Größe erreicht, die sich gut zum Auspflanzen eignet. Nur die gesündesten und am besten entwickelten Pflanzen dazu nehmen. In rauheren Gebieten sollte im März bzw. April noch unter Lochfolie oder Vlies ausgepflanzt werden. Der Abstand sollte etwa 50x50 cm betragen. Bei guter Witterung kann die Bedeckung abgenommen werden, drohen noch einmal Frostnächte, so brauchen die Pflanzen unbedingt wieder Schutz.

Brokkoli ist ein ausgesprochener Starkzehrer und kommt auch mit frischem organischen Dünger – Stallmist oder Kompost – gut zurecht. Nach der Grunddüngung kann im Wachstumsverlauf noch drei oder viermal ein wenig Stickstoff als Kopfdünger gegeben werden, auch schon im Anzuchtbeet! In den letzten Wochen vor der Ernte sollte aber auf weitere Düngung verzichtet werden, um die Nitratanreicherung im Gemüse nicht so hoch zu treiben. Brokkoli gedeiht gut in neutralem Boden, so dass vor der Pflanzung auch gekalkt werden darf. Bei trockener Witterung muß er regelmäßig gegossen werden, damit Wachstumsstockungen vermieden werden. Mulchen mit organischem Material wie z.B. Rasenschnitt oder Brennnesselblättern erfüllt einen doppelten Zweck, es hält die Bodenfeuchtigkeit und bringt Stickstoff mit sich. Regelmäßiges Hacken zwischen den Reihen und leichtes Anhäufeln der Pflanzen verbessern die Ernte.

Sorten

Am bekanntesten ist der grüne Brokkoli Calabrese, bei dem man einen Kopf erntet, der nicht so geschlossen ist wie beim Blumenkohl, sondern aus einer sehr großen und mehreren kleineren, tiefer ansetzenden Blumen besteht. Diese Sorte treibt nach dem Schnitt des Kopfes unter guten Bedingungen noch kleinere Blüten aus den Blattachseln nach. Daneben gibt es noch die vor allem in England verbreiteten Sprouting-Typen, diese bilden von vorneherein viele kleine Blütenstände aus, die sich nach und nach beernten lassen. Beim Sproutingkohl gibt es etliche Sorten, die in einigermaßen mildem Klima überwintert werden können und dann ab März für die frühe Ernte sorgen.

  • Sprouting Extra Early Rudolph. Eine sehr frühe Sorte mit langen Trieben und violetten Blumen. Wenn man im Spätfrühling (Mai, spätestens Juni) vorzieht und später auf 75x75cm Abstand auspflanzt, kann von März bis April geerntet werden.
  • Sprouting Early White Eye. Diese Sorte trägt cremeweiße Blumen an langen schlanken Trieben, die zart und wohlschmeckend sind. Aussaat April/Mai, verpflanzen wenn die Pflanzen vier richtige Blätter entwickelt haben, Abstand 75x75cm.
  • Ramoso Calabrese, bringt mittelgroße Blumenn, die nach der ersten Ernte noch viele Nebentriebe bildet. Aussaat unter Glas ab Februar, im Freiland ab April für die Ernte im Sommer und Herbst.
  • Rosalind ist eine durch ihre violetten Blumen optisch sehr attraktive Sorte. Nach der Bildung der Hauptblume können noch über einen längeren Zeitraum die Seitentriebe beerntet werden.

Schädlinge und Krankheiten

Wie alle Kohlsorten wird auch Brokkoli gerne von dem Kohlweißling, einem Schmetterling, aufgesucht, der seine Eier an die Unterseite der Blätter legt. Sie können leicht mit den Fingern zerdrückt oder abgestreift werden. Ein Vogelnutznetz verhindert die Eiablage der Schmetterlinge. Sind die Larven erst einmal geschlüpft, vertilgen sie in kürzester Zeit große Blattmassen.

Besonders beliebt ist der Blumenkohl bei der Kohlfliege. Die Hauptbefallszeit ist der Juli. Sie legt ihre Eier an dem Wurzelhals der jungen Pflanzen ab. Die Maden fressen dann an den Wurzeln und können damit die jungen Pflanzen so sehr schädigen, dass sie absterben. Mit Gemüseschutznetzen kann der Befall verhindert werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, Kohlkragen aus Pappe oder Kunststoff um die Wurzelhälse zu legen. Die Fliege legt ihre Eier dann auf die Pappen, wo sie vertrocknen. Gesteinsmehl an die Wurzelhälse gestreut wirkt vorbeugend. Befallene Pflanzen sollte man ausgraben und vernichten.

Erdflöhe treten bei warmem trockenen Wetter auf und durchlöchern die Blätter der jungen Pflanzen, was ihre Wuchskraft erheblich herabsetzt. Die beste Vorbeugung dagegen ist, den Boden stets feucht zu halten. Auch Mulchen hilft. Häufig hacken und harken!

Kohlhernie – dieser Schleimpilz führt zu einer Verformung der Wurzel und zum Absterben der Pflanze. Befallene Pflanzen vernichten, nicht kompostieren. Auf das betroffene Beet sollten sieben Jahre lang keine Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler, also Kohl, Rettich, Senfgewächse etc. mehr kommen. Kalkstickstoff beugt vor. Mittlerweile gibt es erste resitente Sorten.

Allgemeine zur Krankheitsvorbeugung sollte man immer bei der Ernte die Strünke mit herausziehen und vernichten, nicht kompostieren.

Ernte, Lagerung und Konservierung

Da Brokkoli nicht gleichmäßig reift und nach der Ernte der Hauptblüte noch kleinere Seitentriebe zur Blüte gelangen, kann von einer Pflanzung über eine Zeitraum von mehreren Wochen geerntet werden. Wer noch länger ernten möchte, muss zeitlich versetzt säen bzw. pflanzen. Geerntet werden die grünen – bei einigen Sorten auch violetten - geschlossenen Blütenstände. Wenn diese sich gebildet haben, muss man regelmäßig kontrollieren, dass sie sich nicht aufzulockern beginnen, denn dann ist die Reife überschritten. Wenn die Blüten sich zu öffnen beginnen, scheint es gelblich durch. Besonders bei warmem Wetter kann das sehr schnell gehen.

Brokkoli läßt sich im Gemüsefach des Kühlschrankes zwei, drei Tage lagern, der Vitaminverlust geht allerdings schnell vonstatten. Man kann ihn auch waschen und in kleine Röschen teilen, dann einfrieren. Am besten legt man die Röschen dazu einzeln auf ein Gefriertablett und packt sie erst in einen Behälter/Tüte, wenn sie tiefgefroren sind.

 

© Copyright Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autorin