Endivie Garten Küche Gesundheit Geschichte  

Anbau von Endivien im Garten

Die Endivien zählen zu den Langtagspflanzen. Sie dürfen nicht zu früh im Jahr ausgesät werden, damit sie nicht gleich in Blüte gehen. Idealerweise werden die Pflanzen nicht vor Mitte Juni ausgesät, besser ist Anfang Juli. Die Pflanzen können gut versetzt werden, so dass es Sinn macht, sie zunächst im Anzuchtbeet vorzuziehen und erst später, wenn andere Kulturen den Platz geräumt haben, auf das endgültige Beet etwa im Abstand von 30cm sowohl in wie zwischen der Reihe zu pflanzen. Die Jungpflanzen sollten bereits 4 bis 6 richtige Blätter ausgebildet haben. Man darf sie nicht tiefer setzen als sie im Anzuchtbeet gestanden haben.

Etwa drei Monate nach der Aussaat kann der Salat geerntet werden. Man kann die Blätter vorher bleichen, was den bitteren Geschmack reduziert. Dazu bindet man die äußeren Blätter für etwa zwei Wochen zusammen, damit die inneren feinen Blätter kein Licht mehr bekommen. Oder aber man stülpt einen Eimer über die Pflanze. Die Blätter müssen dabei vollkommen trocken sein um zu vermeiden, dass das Innere zu faulen beginnt. Neuere Sorten enthalten weniger Bitterstoffe, dann erübrigt sich das Verfahren.

Sorten

Endivien werden in die großblättrigen Escariol-Sorten, die robuster und besser langerfähig sind, und in die fein- und krausblättrigen Sorten (Frisee), die schossfester sind, eingeteilt.

Escorial gelb ist eine sehr robuste Sorte, die auch bei Regen und nasskaltem Wetter nicht zum Faulen neigt. Sie verträgt leichten Frost. Die eher groben Blätter sind gelbgrün und können auch ohne Bleichen verzehrt werden.

Escorial grün schießt nicht so leicht wie die gelbe Sorte und kann deshalb schon früher im Jahr angebaut werden. Die kräftigen grünen Blätter werden zum Herz hin heller. Escariol grün sollte gebleicht werden, um die Bitterstoffe zu reduzieren. Hält sich im Einschlag sehr lang.

Golda ist eine Sorte, die nicht zum schießen neigt und selbstbleichend ist, da sie feste Köpfe bildet. Sie kann noch spät geerntet werden.

Frisee Tres fine Maraichere - Frisee-Sorten haben ein sehr feines, filigranes Blatt. Sie neigen nicht so sehr zum Schossen und können deshalb auch ganzjährig angebaut werden. Allerdings faulen sie bei feuchtkalter Witterung schneller und vertragen auch den Frost weniger gut.

Frisee Mylady, auch diese fein gekrauste Frisee-Sorte ist weitgehend schossfest und kann deshalb über das ganze Jahr angebaut werden. Sie ist nur leicht bitter, durch Zusammenbinden und Bleichen der Blätter wird der Geschmack noch milder.

Schädlinge und Krankheiten

Endivien gehören zu den widerstandsfähigeren Salatsorten. Von Schnecken und Blattläusen werden sie weniger gerne befallen als z.B. grüner Kopfsalat. Da die Pflanzen auch im regnerischen Herbst noch lange auf dem Beet bleiben, besteht aber die Gefahr, dass sie faulen. Durch Sortenwahl lässt sich das Risiko mindern, Frisee neigt stärker zur Fäulnis. Im gut gelüfteten Frühbeetkasten oder Gewächshaus ist die Fäulnisneigung geringer.

Ernte, Lagerung und Konservierung

Endivien vertragen leichte Fröste und können in milderen Lagen bis in den Dezember hinein direkt vom Beet geerntet werden. Werden sie mit Wurzeln vorsichtig aus dem Boden gehoben, können sie im Keller in feuchten Sand eingeschlagen werden. Ist der Keller dunkel, bleichen sie ohne weiteres Zutun. Draußen können die Pflanzen bei starker Kälte vorübergehend mit Matten oder ähnlichem abgedeckt werden. Auch im unbeheizten Frühbeet kann man Endivien lange stehen lassen. Im Gemüsefach des Kühlschrankes halten sie nur wenige Tage.

 

© Copyright Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autorin