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Anbau von Kürbis im Garten

Kürbis ist kälteempfindlich und kann deshalb erst nach den letzten Nachtfrösten ausgepflanzt oder ausgesät werden. Pflanzen, die zwei bis drei Wochen zuvor im Haus vorgezogen und dann abgehärtet ausgepflanzt werden, haben einen Wachstumsvorsprung. Sie werden aber auch gegenüber den direkt ausgesäten Pflanzen von Schnecken bevorzugt.

Kürbisse sind ausgesprochene Starkzehrer und benötigen einen sonnigen Platz, viel Raum, gut gedüngten erwärmten Boden und reichliche Wassergaben. Dann entwickeln sie sich in einem atemberaubenden Tempo. Pflanzabstand sollte mindestens ein Meter sein. Kürbispflanzen entwickeln mehrere bisweilen meterlange kriechende Triebe mit kräftig grünen Blättern. Die Blüten und später Früchte entwickeln sich an steifen Stielen. Große Pflanzen können bald mehrere Quadratmeter bedecken. Man kann die neuen Triebe im Kreis lenken und so den Raumbedarf etwas begrenzen. Manche Sorten schlagen auch aus den langen Trieben wieder Wurzeln. Nach einigen Wochen entwickeln sich erste gelbe Blüten. Meist handelt es sich dabei um männliche Blüten, die man daran erkennt, dass sie auf einem langen dünnen Stiel sitzen. Weibliche Blüten haben im unteren Bereich hingegen schon die Form der späteren Frucht. Um die Entwicklung von Früchten zu befördern, kann man bei der Bestäubung von Hand nachhelfen.

Je nach Sorte dauert die Entwicklung der Frucht von der Bestäubung bis zur Ernte zwischen 50-150 Tage. Im kühleren Klima sollte man auf spätreifende Sorten verzichten. Windschutz oder das Unterlegen einer schwarzen (Mulch-) Folie können die Reifung beschleunigen und ungünstige Bedingungen ein Stück weit ausgleichen. Die Reifezeit kann durch Vlies oder Folie ein wenig verlängert werden. Um das Faulen der Früchte zu vermeiden, kann man ein Stück Styropor oder einen Pflasterstein unterschieben, so dass die Früchte nicht direkt am Boden aufliegen. Frost vertragen Kürbisse gar nicht.

Sorten

Es sind etwa 800 verschiedene Kürbissorten bekannt. Man teilt die Kürbisse in verschiedene Gruppen ein, von denen es wiederum Untergruppen gibt. Eine grobe Einteilung ergibt sich nach Zierkürbis, Speisekürbis und Gemüsekürbis (Zucchini). An dieser Stelle soll es nur um die Speisekürbisse gehen. Hier gibt es eine Vielzahl von Untergruppen. Bekannt sind Hokkaido, Butternut, Squash, Muskatkürbis, Moschuskürbis, Turbankürbis, Halloweenkürbis (Pumpkin), Ölkürbis etc., wobei die Sortenbeschreibungen und botanischen Zuordnungen oft durcheinander gehen.

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  • Hokkaido/Uchiki Kuri (Cucurbita maxima) – ein aus Japan kommender Kürbis. Er wiegt vollreif zwischen einem bis drei Kilo und ist meist leuchtend orange, es gibt aber auch eine grüne Hokkaidosorte. Die Sorte ist wegen ihres aromatischen Geschmacks und des hohen Carotinsgehaltes sehr beliebt. Ein Vorteil ist auch, daß der Hokkaido mitsamt seiner Schale verwendet werden kann. Reifezeit 80-100 Tage, 3 bis 6 Monate lagerfähig.
  • Butternut / Squah (Cucurbita moschata) – Butternuts werden zwischen einem bis vier Kilo schwer. Ihre Form ist birnenartig. Sie haben sehr aromatisches Fleisch und bieten im Verhältnis zu ihrer Größe viel Fruchtfleisch, da sie nur wenig Samenraum bilden. Reifezeit ab 100 Tage. Unter guten Bedingungen lassen sie sich mehrere Monate lang lagern.
  • Gelber Zentner (Cucurbita maxima) – ist eine in Deutschland weit verbreitete Sorte, die zwischen 10-40 kg schwer wird. Das gelbliche Fruchtfleisch ist weniger aromatisch als das von Hokkaido und Butternut, eignet sich aber gut für süß-sauer eingelegten Kürbis. Die Früchte sind hellorange mit rauer Schale. Reifezeit etwa 100 Tage, lagerfähig bis zu vier Monate.
  • Muscade de Provence (Cucurbita moschata). Sehr aromatische Sorte aus Südfrankreich, die im deutschen Klima nur schwer ausreift. Die Früchte können aber spät geerntet werden und auf dem Lager nachreifen, wobei die ursprünglich dunkelgrüne Färbung ins Orange übergeht. Gewicht 7-20 kg, flache Form mit groben Rippen. Reifezeit 150 Tage, lagerfähig bis zu acht Monaten.
  • Heart of Gold F1 (Cucurbita pepo) – ein sehr dekorativer, selten mehr als ein Kilo wiegender Kürbis. Deshalb gut geeignet für kleine Haushalte. Er gehört zur Gruppe der Acorn-Kürbisse, ist eichelförmig, leicht gerippt und weiß-grün gestreift. Beim Nachreifen verfärbt er ins Orange. Gelbliches süßes Fruchtfleisch, das ein wenig nach Haselnüssen schmeckt. Kurze Reifezeit von 80-100 Tagen, 3-6 Monate lagerfähig.
  • Blue Hubbard (Cucurbita maxima) ist ein grau-blauer Kürbis mit buckeliger Schale, der in den USA sehr beliebt ist. Er bringt es auf ein Gewicht von bis zu 10 kg und hat eine bauchige, an den Enden spitz zulaufende Form. Das Fruchtfleisch ist dunkelgelb, sehr fest und süß. Reifezeit liegt bei 100 Tagen, lagerfähig ist der Blue Hubbard länger als ein Jahr. Es gibt auch eine Mini-Züchtung dieser beliebten Sorte.
  • Feigenblattkürbis (Cucurbita ficifolia), diese Sorte hat Blätter, die der Feige ähnelt. Er wächst sehr stark und rankt auch gut in die Höhe, so dass er an massiven Rankgestellen gezogen werden kann. Sehr robust. Die ovalen Früchte sind grün-weiß-gesprenkelt und wiegen zwischen 2-4 kg. Jung geerntet kann der Kürbis wie Zucchini verwendet werden. Das ausgereifte Fruchtfleisch ist weißlich, sehr süß und faserig. Man benutzt es zur Herstellung der bekannten Engelshaarmarmelade. Die Reifezeit beträgt 120 Tage, die ausgereiften Früchte sind zwei Jahre lagerfähig!
  • Jack O`Lantern (Cucurbita pepo) ist eine beliebte Pumpkin-Sorte. Die Früchte wiegen zwischen 5-7 kg und eignen sich hervorragend für Halloween-Schnitzereien. Das Fruchtfleisch ist orange und gut für Suppen geeignet. Reifezeit 110 Tage, 3-6 Monate lagerfähig.
  • Ölkürbis (Cucurbita pepo), auch Steirischer Ölkürbis genannt. Dieser Kürbis wird wegen der Samen angebaut, die keine Schalen haben und ohne weitere Behandlung verzehrt werden können. Geröstet sind sie eine beliebte Knabberei. Der Ölkürbis dient auch zur Speiseölgewinnung. Das Fruchtfleisch ist von geringer Qualität. Die Früchte reifen in etwa 110 Tagen und werden 3-5 kg schwer. Der Kürbis läßt sich etwa 3 Monate lang lagern.
  • Patissons (Cucurbita pepo) nehmen eine Zwischenposition ein, da sie ausgereift wie Kürbis verwendet werden können, jung aber wie Zucchini. Wie diese ranken sie meist nicht. Sie werden im Abschnitt über Zucchini behandelt.

Schädlinge und Krankheiten

Der größte Feind junger Kürbispflanzen sind die Schnecken. Dagegen helfen wirkungsvoll Schneckenzäune und Schneckenkragen oder das konsequente Streuen von Schneckenkorn in den ersten zwei, drei Wochen nach der Pflanzung. Bei trockenem Wetter ist das Problem deutlich geringer.

Im späteren Verlauf des Gartenjahres leiden Kürbispflanzen häufig unter Pilzerkrankungen. Beim echten Mehltau bilden sich weißgraue Flecken auf der Oberseite der Blätter, im weiteren Krankheitsverlauf fließen sie zusammen, die Blätter werden braun und sterben ab. Die Krankheit tritt insbesondere bei sehr trockener Luft auf, durch regelmäßiges Besprühen der Pflanzen kann der Befall reduziert werden. Falscher Mehltau geht mit weißgelben Flecken oben und einem weißgrauen Belag auf der Blattunterseite einher. Diese Erkrankung entsteht bei feuchtem Wetter. Erkranken kann der Kürbis auch am Mosaikvirus, der mosaikartige gelbe Flecken auf den Blättern hervorbringt und die Pflanze schließlich zum Absterben bringt. Meist braucht man nichts mehr dagegen zu unternehmen, da die Vegetationsperiode sowieso zuende geht. Ansonsten sollte man rechtzeitig die Pflanzen stärken und dadurch vorbeugen. Dazu gehört der Verzicht auf übertriebene mineralische Stickstoffdüngung, besser ist Brennnesseljauche. Auszüge und Jauche von Ackerschachtelhalm stärken die Blätter. Gesteinsmehl streuen. Neem wirkt vorbeugend gegen Pilzbefall. Man sollte eine dreijährige Anbaupause für Kürbis, Zucchini und Gurken auf dem Beet einhalten, da die Pilzsporen im Boden überwintern können.

Ernte, Lagerung und Konservierung

Geerntet wird, wenn der Stiel verholzt ist. Wenn man unsicher ist, kann man dies überprüfen, indem man ihn mit einem normalen Messer durchzuschneiden versucht – natürlich nur ein Stückchen. Erst wenn er so hart ist, dass man lieber zur Säge greifen möchte, ist die Verholzung weit genug ausgeprägt. Klopft man auf die Früchte, so tönt es hohl.

Reif geerntete Kürbisse sollte man nach Möglichkeit noch zwei, drei Tage in der Sonne draußen liegen lassen. Dann in einem trockenen, nicht zu kalten Raum (ideal 12-18°C) lagern. Unter guten Bedingungen ist Kürbis ein ideales Lagergemüse, da keine besonderen Aufwände erbracht werden müssen.

Der Kürbis kann aber auch in kleine Stücke geschnitten eingefroren werden. Mit einem Aufguss wie auch für Gurken kann man Kürbis pikant süßsauer einkochen. Für die Herstellung von Marmelade sind vor allem die Sorten mit faserigem Fruchtfleisch (z.B. Feigenblattkürbis) geeignet. Es sollte unbedingt Zitrone dazu gegeben werden, da die Marmelade ohne Säure eher fad schmeckt.

 

© Copyright Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autorin