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Spinat und die Gesundheit

Spinat galt einige Zeit als besonders gesund wegen des hohen Eisengehaltes. Tatsächlich enthält Spinat reichlich Eisen, aber lange nicht so viel, wie früher angenommen wurde. Die hohen Werte sind vermutlich durch einen Kommafehler zustande gekommen.

Als eines der ersten frischen Gemüse, das im Frühjahr geerntet werden kann, kommt dem Spinat dennoch eine wichtige gesundheitliche Bedeutung zu. Er enthält Karotine und viele Mineralstoffe, in nennenswertem Maße darunter Kalzium und Kalium.

Ein Problem stellt der hohe Gehalt an Oxalsäure dar, die Calzium im Körper bindet. Deswegen ist es günstig, Spinat in Kombination mit Milchprodukten zu verzehren. Solange man noch das rauhe Gefühl auf den Zähnen hat, das die Oxalsäure verursacht, sollte man nicht die Zähne putzen, da der Zahnschmelz vorübergehend empfindlicher geworden ist. Der Oxalsäuregehalt ist im Spätfrühjahr und Sommer am höchsten, in Herbst und Winter am geringsten und verhält sich damit umgekehrt zu dem Gehalt an Nitrat.

Menschen mit Neigung zu Nierensteinen sollten auf den Verzehr von Spinat und anderen oxalsäurehaltigen Gemüsen verzichten, da diese die Steinbildung begünstigen.

Früher hieß es, dass man Spinat nicht aufwärmen solle. Hintergrund ist der hohe Nitratgehalt des Gemüses. Wenn nitrathaltige Speisen längere Zeit warm gehalten oder bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden, können Bakterien Nitrat in Nitrit umwandeln. Nitrit gilt als krebserregend. Wer übriggebliebenen Spinat im Wasserbad runterkühlt und im Kühlschrank aufbewahrt, muss keine Nitritbildung fürchten.

Eine Ausnahme stellt die Ernährung von Babys dar. Die Magensäureproduktion ist noch nicht vollkommen entwickelt, so dass auch im Magen von Babys jene Bakterien überleben können, die Nitrat zu Nitrit umwandeln. Nitrit wiederum stört den Sauerstofftransport im Blut. Bei Babys kann durch erhöhte Nitritbildung deshalb eine akute, lebensbedrohliche Erkrankung entstehen, die sogenannte Blausucht. Sie äußert sich in Atemnot und in einer Blauverfärbung der Haut, besonders der Lippen. Kinder unter einem Jahr sollten deshalb Spinat - wenn überhaupt - nur in sehr kleinen Mengen erhalten.

 

© Copyright Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autorin