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Anbau von Zucchini im Garten

Anders als die eng verwandten Kürbisse ranken die meisten Zucchinisorten nicht, sondern bilden einen im Verlaufe des Sommers immer größer werdenden Busch, der schließlich mehr als einen Quadratmeter Platz für sich vereinnahmen kann.

Zucchini lassen sich leicht kultivieren und verschaffen auch Gartenanfängern einen guten Erfolg. Man kann bei entsprechend erwärmtem Boden direkt ab Mitte Mai im Freiland aussäen, die Pflanzen entwickeln sich schnell. Man kann die Zucchini aber auch ab Ende April auf dem Fensterbrett oder im Gewächshaus vorziehen und erzielt damit einen Entwicklungsvorsprung von zwei bis drei Wochen. Es werden dazu immer zwei Samenkörner in einen mindestens 9cm-Topf gesteckt. Die schwächere Pflanzen entfernt man nach einigen Tagen, die stärkere wird ausgepflanzt. Für den Bedarf einer Familie reicht in der Regel eine Pflanze, mit zwei Pflanzen ist man gänzlich auf der sicheren Seite und kann in einem guten Sommer noch die Nachbarschaft beglücken.

Zucchini sind Starkzehrer und vertragen auch frischen Kompost oder Dung. Der Boden sollte gut gelockert sein, die Pflanzen brauchen regelmäßig viel Wasser. Dafür verwendet man am besten in der Regentonne temperiertes Wasser oder lässt die volle Gießkanne über Tag stehen, damit sich das Wasser erwärmen kann. Der Abstand zu anderen Kulturen sollte nach jeder Seite etwa einen halben Meter betragen. Zucchini gedeihen gut in Mischkultur mit Kapuzinerkresse, Zwiebeln, Lauch oder auch am Fuße von Stangenbohnen. Sehr hübsch sehen Zucchini umrahmt von Ringelblumen aus, die robust genug sind, sich gegen das starkwüchsige Gemüse zu behaupten.

Wenn die Zucchini zu blühen beginnen, entwickeln sich oft erst einmal viele männliche Blüten, die keine Früchte bilden. Man erkennt sie an dem dünneren Stiel, auf dem sie aufsitzen. Bald darauf kommen auch die weiblichen Blüten und setzen erste Früchte an, die sich rasend schnell entwickeln.

Sorten

Am bekanntesten sind die einfachen dunkelgrünen Zucchini, häufig mit kleinen helleren Einsprengseln. Es gibt daneben aber auch gelbe, hellgrüne oder fast schwarze Sorten und runde Formen.

  • Cocozelle von Tripolis entwickelt lange und kräftige Früchte mit grüner Grundfarbe und silbrig-weißen Streifen. Festes Fruchtfleisch.
  • Zuboda bringt dunkelgrüne Früchte hervor, wie sie hierzulande am bekanntesten sind.
  • Bianco di Trieste - Eine hellgrüne, fast weiße Sorte, die aus Italien stammt. Sehr gutes Aroma, bissfestes gelbliches Fruchtfleisch. Reifezeit zwischen 45-50 Tagen.#
  • White Bush bildet ebenfalls sehr helle Früchte, diese lassen sich lange lagern.
  • Yellow Crockneck trägt zunächst gelbgrüne, später gelb-orange werdende warzige Früchte. Ungewöhnlich, dekorativ. Festes Fruchtfleisch.
  • Black Forest F1 - Diese Zucchinisorte kann kletterten bzw. ranken und läßt sich daher platzsparend an einem Zaun o.ä. ziehen. Sie hat dunkelgrüne längliche Früchte.

Den Zucchini in Anbauweise und Verwertung sehr ähnlich sind die Patissons, kleine Kürbisse, die wie Ufos aussehen und unreif geerntet werden. Auch Patissons wachsen in Buschform und ranken nicht.

Sunbeam ist eine orange Sorte mit hellgrüner Mitte. Die Früchte werden etwa ein Pfund schwer. Das Fruchtfleisch ist hellgrün, wenn jung – nach etwa 50 Tagen – geerntet wird. Lässt man die Früchte ausreifen (90 Tage), wird die Schale hart und das Fruchtfleisch gelblich.

Patty Green Tint, sehr wüchsige und reich tragende Sorte mit hellgrünen Früchten, die ein sehr festes, fast weißes Fleisch haben. Die Schale ist bei den jungen Früchten auch essbar. Jung zu ernten nach etwa 50 Tagen, ausgereift wie Kürbis zwei bis drei Monate haltbar.

Einige Sorten, wie die Alberello, finden Sie bei Garten und Gabel.

Schädlinge und Krankheiten

Der größte Feind junger Zucchinipflanzen sind die Schnecken. Dagegen helfen wirkungsvoll Schneckenzäune, Schneckenkragen oder das konsequente Streuen von Schneckenkorn in den ersten zwei, drei Wochen nach der Pflanzung. Bei trockenem Wetter ist das Problem deutlich geringer.

Im späteren Verlauf des Gartenjahres leiden Zucchini wie auch Kürbispflanzen häufig unter Pilzerkrankungen. Beim echten Mehltau, der vor allem bei Trockenheit auftritt, bilden sich weißgraue Flecken auf der Oberseite der Blätter, im weiteren Krankheitsverlauf fließen sie zusammen, die Blätter werden braun und sterben ab. Falscher Mehltau geht mit weißgelben Flecken oben und einem weißgrauen Belag auf der Blattunterseite einher. Dieser Pilz verbreitet sich vorrangig bei feuchtem Wetter. Erkranken kann die Pflanze auch am Mosaikvirus, das mosaikartige gelbe Flecken auf den Blättern hervorbringt und die Pflanze schließlich zum Absterben bringt. Meist braucht man nichts mehr dagegen zu unternehmen, da die Vegetationsperiode sowieso zuende geht. Ansonsten sollte man rechtzeitig die Pflanzen stärken und dadurch vorbeugen. Dazu gehört der Verzicht auf übertriebene mineralische Stickstoffdüngung, besser ist Brennnesseljauche. Auszüge und Jauche von Ackerschachtelhalm stärken die Blätter. Gesteinsmehl streuen. Neem wirkt vorbeugend gegen Pilzbefall. Man sollte eine dreijährige Anbaupause für Kürbis, Zucchini und Gurken auf dem Beet einhalten, da die Pilzsporen im Boden überwintern können.

Ernte, Lagerung und Konservierung

Zur Ernte schneidet man die Zucchini einfach mit einem scharfen Messer ab. Idealerweise haben sie dann eine Größe von etwa 15-20 cm erreicht. Wenn häufig geerntet wird, produziert die Pflanze fleißig neue Früchte. Manche Leute lassen gerne ihre Zucchini auf Männerarm-Größe heranwachsen, das ist zwar imposant, aber der Geschmack der Früchte leidet erheblich.

Zucchini lassen sich im Kühlschrank gut einige Tage lagern. Voll ausgereifte, große Zucchini sind wie Kürbis in einem trockenen, nicht zu kalten Raum sogar wochen- oder monatelang haltbar.

Man kann Zucchini wie Gurken in Essig einlegen. Ein heiß ins Glas abgefülltes Chutney aus Zucchini, Essig, Zucker, Curry, Knoblauch und Chili hält über den Winter und passt gut zu Käsebroten oder Fleisch.

Beim Einfrieren verändert sich die Konsistens von Zucchinis sehr stark, sie werden weich und wässrig, deshalb ist dies nicht zu empfehlen.

 

© Copyright Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung der Autorin