Der Gemüse-Info-Blog

Aussaat von Paprika und Chili

13. Februar 2016

Mitte Februar beginne ich mit der Aussaat von Paprika und Chili. Bevor ich die Samen in die Erde lege, weiche ich sie einen halben Tag lang in Wasser ein. Sie keimen dann leichter. Da es im Februar noch viele dunkle Stunden gibt, bekommen die Pflänzchen künstliches Licht, wenn sie geschlüpft sind. Ich verwende eine ganze normale Leuchtstoffröhre mit „Tageslicht“ - und das geht wunderbar. Wichtig ist nur, dass die Röhre so dicht wie möglich über den Pflanzen hängt.

Leckerer Palmkohl

15. Januar 2016

Der Palmkohl gilt als eine frühe in Mitteleuropa verbreitete Kohlsorte und ist eng mit dem Grünkohl verwandt. Palmkohl kann ebenso wie Grünkohl über Winter auf dem Beet stehen bleiben und blattweise von unten nach oben geerntet werden. Sehr starke Fröste verträgt er aber weniger gut. Ich nehme seine Blätter gerne als Zutat für bunte Gemüsesuppen.

Topinambur - Knollen für den Winter

3. Dezember 2015

Topinambur ist Gewöhnungssache, er hat einen recht eigenen Geschmack. Wer ihn einmal lieben gelernt hat, mag aber nicht mehr darauf verzichten. Er bereichert selbst im tiefsten Winter noch Rohkostsalate um eine frische Komponente. Denn Frost macht ihm nichts, er kann jederzeit geerntet werden, sofern nur der Boden offen ist. Ich habe ihn in Kübeln, da er recht invasiv ist und sich aus jedem nicht ausgegrabenen Wurzelstück eine neue Pflanze entwickeln kann.

Kiwi aus norddeutschem Garten

10. November 2015

Ich weiß, Kiwi sind kein Gemüse. Ich zeige dieses Bild hier aber trotzdem, denn immerhin handelt es sich um in einem norddeutschen Garten gewachsene Früchte, die mir geschenkt worden sind. Sie sind etwas kleiner als die, die man im Laden kaufen kann. Aber vollreif sind sie aromatisch und lecker. Schade nur, dass es etliche Jahre dauert, bis eine Kiwipflanze Früchte trägt, sonst würde ich bestimmt auch eine, besser zwei, bei mir pflanzen. Zwei deshalb, weil die meisten Sorten einen Befruchter brauchen.

Blauer Schwede

25. Oktober 2015

Auch wenn es so klingt, mit Alkohol hat der Blaue Schwede nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine Kartoffelsorte, die durchgehend blau gefärbtes Fruchtfleisch hat. Ich habe sie in diesem Jahr zum ersten Mal angebaut und bin sehr zufrieden. Bislang hatte ich die Vitelotte als blaue Sorte, die noch ein kleines bischen besser schmeckt. Dafür aber sind die Knollen der Vitelotte so klein, dass die Ernte immer sehr mühselig war, der Ertrag gering und viele der Miniknollen im Boden geblieben sind, weil ich sie schlichtweg nicht gefunden haben. Blauer Schwede hingegen hat einen guten Ertrag gebracht und bildet normalgroße Knollen. Der Geschmack ist absolut in Ordnung, die Kartoffeln sind eher festkochend und eignen sich auch für Kartoffelsalat oder Bratkartoffeln, was wegen der Farbe für einen Wow-Effekt sorgt.

Kürbis-Curry-Suppe

3. Oktober 2015

1 Hokkaidokürbis / 1 EL Rapsöl / 1 Zwiebel / 500 g mehligkochende Kartoffeln / 1 Paket Frischkäse / 1 daumengroßes Stück Ingwer / 2 TL Madras-Curry / Chili nach Belieben

Die Zwiebel würfeln und im heißen Öl glasig braten, mit 1 Liter Wasser aufgießen. Kürbis und Kartoffeln in grobe Stücke schneiden und in den Topf geben, ca. 20 Minuten weich kochen. Den Frischkäse und das Currypulver sowie 1 TL Salz unterrühren und die Suppe fein pürieren. Gegebenenfalls noch mit etwas Wasser verdünnen. Den Ingwer schälen und fein würfeln, in die Suppe geben und weitere 5 Minuten ziehen lassen. Nach Belieben mit Chili würzen und evtl. nachsalzen.

19. September 2015

Ich muss mich bei meinen Leserinnen und Lesern entschuldigen. Ich habe den ganzen Sommer über nicht im Gemüse-Info-Blog gepostet. Es gab einige Dinge in meinem Leben, um die ich mich vorrangig kümmern musste. Jetzt ist der Sommer vorbei, und zumindest bei uns im Norden kommt der Herbst mit Macht. Immerhin kann ich noch fast jeden Tag Tomaten und Gurken ernten. Die Zucchini wachsen nun aber schon langsamer. Ich freue mich schon auf die ersten Kürbisse...

Die altbekannte Plage: Schnecken

29. Mai 2015

Wer kennt das nicht: Man hat ein paar junge Salatpflanzen oder Kohlrabi gesetzt und am nächsten Tag sind sie bis auf den Stiel von hungrigen Schnecken weggeputzt. Dagegen hilft Schneckenkorn. Aber ich töte nicht gerne Tiere, wenn es vermeidbar ist. Zudem habe ich in meinem Garten etliche Weinbergschnecken, die unter Naturschutz stehen. Nun probiere ich gerade eine biologische Abwehrmethode aus: Ein feinmaschiges Gewebe aus Kupferdraht habe ich rund ums Hochbeet angetackert, da die Schleimer den Kontakt mit Kupfer angeblich meiden. Ein Testlauf mit den Weinbergschnecken war erfolgreich, sie mögen das Gewebe nicht überqueren. Ob sich Nacktschnecken abhalten lassen, muss sich erweisen. Ich werde berichten.

Kürbisse wollen mehr Wärme

19. Mai 2015

Schon vor zwei Wochen habe ich einige Sorten Kürbis in Töpfchen ausgesät und in mein neues Foliengewächshaus gestellt. Bislang wollen sie aber nicht keimen. Nachts gehen die Temperaturen immer noch auf fast 5°C runter - das ist einfach nichts für wärmeliebende Gewächse. Mit der Aussaat der Stangenbohnen mag ich noch gar nicht anfangen, der Boden ist zu kalt. Wenn ich daran denke, dass wir in knapp zwei Wochen schon Juni haben… gefühlt ist es immer noch März. Vermutlich kommt der Sommer dann auf einen Schlag.

Endlich frische Luft

23. April 2015

Der April war bei uns zwar bisher sehr sonnig, aber ziemlich kalt. So habe ich meine Zöglinge noch im drinnen unter dem Dachflächenfenster oder im Folienhaus gelassen. Doch nun ist es Zeit, sie ein bisschen abzuhärten. In den nächsten Nächten wird die Temperatur nicht unter 5°C fallen. So kann ich es riskieren, die Jungpflanzen draußen stehen zu lassen. Die Zucchini sind schon recht groß, und ich werde es wohl wagen, sie vor den Eisheiligen auszupflanzen und gegebenenfalls mit Folie vor dann noch auftretenden Frösten zu schützen. Schlimmstenfalls säe ich nochmal neu, Zucchini entwickeln sich ja schnell.

Mein kleiner Wald

2. März 2015

Ein bisschen erinnern mich die Tomatenjungpflänzchen an Akazienbäume in der afrikanischen Savanne. Naja, das sind vielleicht Tagträume im feuchtkalten norddeutschen Spätwinter. Die Pflänzchen habe ich vor gut zwei Wochen testweise in verschiedenen Substraten ausgesät, und ich werde sie in den nächsten Tagen pikieren, um Platz für weitere Aussaaten zu gewinnen. Sie stehen bei mir zunächst unter einer Leuchtstoffröhre, dort haben sie es schön warm und hell. Danach wandern sie unter ein Dachflächenfenster damit sie weiterhin genügend Licht erhalten. Übrigens haben sich alle drei Aussaaterden bewährt, einen genaueren Testbericht gibt es hier.

Die Saison geht los - Anzucht

17. Februar 2015

Mitte Februar werde ich immer ganz kribbelig und kann mich schließlich nicht mehr beherrschen: Ich beginne mit der Anzucht von Paprika, Chili und einigen Tomaten. Jedes Jahr denke ich aufs Neue darüber nach, ob ich besser eine spezielle Anzuchterde verwenden sollte oder aber wie immer eine einfache Blumenerde mit Sand mischen. Wieso mit Sand mischen? Weil eine normale Blumenerde zu stark gedüngt ist für die kleinen Sämlinge. Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, eine Antwort auf diese Frage zu finden, indem ich drei Varianten teste: Eine Aussaaterde von Neudorff, die ganz normal im Beutel daherkommt. Eine Aussaaterde von Romberg, die aus einer Trockensubstanz besteht, welch ich erst selbst mit Wasser aktiviere. Und meine alte Hausmischung. Ich werde demnächst wieder berichten.

Die Küche ist mein Garten

2. Februar 2015

Im Garten geht gerade nicht viel. Grünkohl und Rosenkohl haben wir aufgefuttert, bei den Pastinaken haben die Mäuse den Job übernommen. Ein bisschen Barbarakresse steht noch da, aber so richtig appetitlich sieht sie nicht mehr aus. Also habe ich mich auf die Indoor-Selbstversorgung besonnen und mal wieder ein paar Keimsprossen angezogen. Radieschen (links) sind ziemlich scharf, eher nussig-aromatisch sind die Berglinsen und Belugalinsen. Wir mögen sie auf Brot, das vorher dick mit Frischkäse bestrichen wurde oder aber über Rohkostsalate gestreut.

Beten müssen nicht immer rot sein

10. Januar 2015

Rote Bete ist ein klassisches Wintergemüse, das sich auch gut auf dem Lager hält. Ich esse die erdig schmeckenden Rüben gerne in einer klaren Suppe mit Kartoffeln und Hackbällchen. Besonders habe ich mich gefreut, als ich kürzlich diese orangenen Beten in einem Biosupermarkt entdeckte. Ich finde, sie sehen einfach klasse aus. Der Geschmack ist allerdings nicht viel anders als von den roten Kollegen.

Das letzte Leuchten des Herbstes

3. November 2014

Ich esse gerne Kürbis: in der Suppe oder auch auf dem Blech gebacken. Noch viel lieber schaue ich aber die so fantastisch orange leuchtenden Früchte an. Ich kann mich gar nicht daran satt sehen. Diese hier sind die Ernte von drei verschiedenen Pflanzen, alle waren sie Absaaten von einem Hokkaido. So wie es aussieht, hatte er Sex mit Pflanzen aus den Nachbargärten gehabt. Ich hoffe, es hat ihm Spaß gemacht - mich jedenfalls erfreuen die kleinen Unterschiede bei den Früchten.

Jetzt herbstet es so richtig

13. Oktober 2014

Wir hatten einen wunderbaren Sommer hier im Norden und auch jetzt können wir uns noch nicht beschweren. Milde Herbsttage machen es zu einem Vergnügen, die Ernte einzuholen. Den Kürbissen hat der warme Sommer gut getan. Die Quitten fallen früher als sonst vom Baum, noch bevor sie so richtig gelb geworden sind. Aber sie duften herrlich. Und Haselnüsse gibt es in diesem Herbst ohne Ende. Ob es wohl stimmt, dass sich damit ein harter Winter ankündigt? Nur woher sollte der Haselstrauch das schon im Frühjahr gewusst haben, als er Blüten ansetzte?

Schöne Vielfalt

7. September 2014

Mit den Tomaten ist das in diesem Jahr so eine Sache bei uns. Eigentlich ist ja alles früher in die Gänge gekommen als sonst aufgrund des warmen Winters und Frühjahrs. Und hier im Norden sind wir auch mit einem wirklich schönen Sommer bedacht worden. Nur die Tomaten haben das nicht mitbekommen. Sie waren in diesem Jahr so spät wie noch nie. Und nun endlich konnte ich mal einen ganzen Korb mit vielen verschiedenen bunten Sorten ernten. Jetzt hoffe ich, dass nicht schon bald die ersten Nachtfröste kommen, vor einigen Tagen ging das Thermometer schon einmal auf knapp unter 4°C herunter.

Tomaten wachsen auch auf dem Balkon

18. August 2014

Nicht jedes Gemüse eignet sich für den Anbau auf dem Balkon. Tomaten kommen grundsätzlich gut damit zurecht, im Kübel kultiviert zu werden. Für die normalen Stabtomaten muss das Pflanzgefäß aber schon recht groß sein, und es ist auch nicht so einfach, die Pflanzen aufzubinden. Denn ein ausreichend langer Stock hält nicht im kleinen Kübel. Eine echte Alternative sind solche Tomatensorten, die gedrungen wachsen und gar nicht oder nur wenig aufgebunden werden müssen. Ich habe in diesem Jahr die kleinwüchsigen Sorten "Aztek", "Pinocchio", "Green Sausage" und "Bonsai" auf dem Balkon und bin mit allen zufrieden. Für die geringe Größe ist der Ertrag in Ordnung und hübsch sind sie auch noch.

Gurkenzeit

13. August 2014

Es ist gekommen, wie ich es erwartet habe. Gurken ohne Ende. Einige essen wir als Salat. Manche, die längere Zeit unentdeckt geblieben und groß geworden sind, kommen als Schmorgurken in den Topf. Dann wecke ich noch welche als Essiggurken ein und schließlich probiere ich erstmals, Salzgurken milchsauer zu vergären. Was dann noch übrig ist, wird verschenkt. Ich wüsste nur gerne, warum die Ernte in diesem Jahr so üppig ausgefallen ist. Am guten Wetter in Norddeutschland kann es nicht alleine gelegen haben: Ich las in der Zeitung, dass im größten deutschen Gurkenanbaubiet im verregneten Süden der Republik massenhaft Gurken vernichtet worden sind, da die Verarbeitungskapazitäten wegen einer Mega-Ernte nicht ausreichten. Schade drum.

Vielfalt

24. Juli 2014

Jetzt geht es los mit der großen Vielfalt. Von allem ist nun etwas da: Paprika, Bohnen, Zwiebeln und Zucchini. Die Möhren sind etwas beinig geraten, ich hätte mal gründlicher umgraben sollen… egal, schmecken tun sie auch so. Gurken wird es in diesem Jahr in Massen geben. Ein netter Ausgleich für die vergangenen Gartenjahre, wo ich Gurken nur in quasi homöopathischen Dosen ernten konnte. Nur auf die Tomaten warte ich noch, die ersten auf dem Balkon werden reif, aber im Tomatenhaus im Garten lassen sie sich noch Zeit.

Ein Plädoyer für Dicke Bohnen

10. Juli 2014

Es soll Gegenden geben, in denen man keine Dicke Bohnen isst. Das ist mir vollkommen unverständlich. Sie gehören für mich zu den attraktivsten Gemüsearten des frühen Sommers. In guten Jahren, wo der Boden früh offen ist, kann man sie bereits im Februar oder Anfang März stecken. Dann geht es Ende Juni mit der Ernte los und Ende Juli kann das Beet für eine Folgekultur geräumt werden. Die Pflanzen haben den Boden gelockert und dank der Knöllchenbakterien an den Wurzeln mit Stickstoff angereichert. Dicke Bohnen schmecken nicht nur herzhaft mit viel gebratenem Speck, sondern passen auch zur leichten mediterranen Küche, z.B. als Salat mit Zitronensaft, Olivenöl, Tomaten und vielen frischen Gartenkräutern!

Salat ohne Ende

20. Juni 2014

Es ist immer dasselbe. Ich pflanze vor allem Pflücksalat, um über einen möglichst langen Zeitraum ernten zu können. Das klappt auch gut: Im Mai muss man zwar noch genau überlegen, welche Pflanze "gerupft" werden darf und welche ein paar Tage Schonung bedarf. Aber es gibt jeden Tag Salat. Jetzt ist es so, dass wir nicht mehr hinterher kommen mit dem essen. 15 Salatpflanzen produzieren so viel Grünzeug, dass wir morgens, mittags und abends davon ernten könnten. Und es wird nicht mehr lange dauern, und die Pflanzen gehen in Blüte. Das ist jedes Jahr so. Ich habe auch schon gestaffelt gepflanzt, um den Erntezeitraum auszudehnen. Das hat alles bisher nichts genutzt, Mitte Juni kommt die große Schwemme und dann ist es bald erstmal vorbei.

Sauer-macht-lustig-Stangen

18. Mai 2014

Als Kind mochte ich keinen Rhabarber, denn meine gesundheitsbewusste Mutter kochte ihn fast ohne Zucker zu einem Kompott. Lustig fand ich das nicht, zumal es auch keinen Vanillepudding dazu gab. Aus dem zeitlichen Abstand heraus aber liebe ich Rhabarber heute sehr, am liebsten fein gewürfelt in einem extrasüßen Muffinteig gebacken. Oder zu Sirup verarbeitet über Vanilleeis gegossen. Das klassische Kompott mit seiner etwas schleimigen Konsistenz bekomme ich allerdings noch immer nicht runter.

Ein bisschen angefressen, aber total lecker

8. Mai 2014

Bisher mussten wir mit Radieschen aus dem Supermarkt vorlieb nehmen. Heute sind endlich die ersten eigenen erntereif. Ich glaube, so früh im Jahr habe ich noch nie welche gehabt. Denn ich habe kein Treibhaus, sondern ziehe sie im Hochbeet sozusagen Open Air. Der warme April hat kräftig dazu beigetragen, dass wir jetzt schon Pflücksalat, Rauke, Radieschen, Spinat und viele Kräuter aus dem Garten holen können. Die kalte Nacht vor einigen Tagen haben meine Kulturen gut überstanden. Die Tomaten stehen schon im Folienhaus. Dort habe ich zwei Kerzen unter einen Tontopf als Heizung reingestellt, das hatte sich auch schon in den letzten Jahren bewährt. Außerdem habe ich volle Gießkannen im Folienhaus stehen. Diese speichern tagsüber die Sonnenwärme und geben nachts davon ab.

Wildkräuter und Co.

18. April 2014

Die Kulturpflanzen machen bei mir gerade Pause: Der letzte Feldsalat ist aufgegessen bzw. hat angefangen, zu blühen. Bis Radieschen und Salat in den Erntekorb wandern können, müssen sie noch ein wenig warten. In der Zwischenzeit tröste ich mich mit dem, was sich selbständig bei mir im Garten etabliert hat - in diesen Ecken, in denen man einfach nicht so oft zum Jäten kommt. Ganz konkret sind das der leicht säuerlich schmeckende Blutampfer, der zudem auch noch dekorativ aussieht, Schnittlauch und Giersch. Letzteren verfluche ich den Rest des Jahres, aber im Frühjahr freue ich mich über die zarten jungen Blätter, die in gemischte Salate oder als Spinatersatz in eine Quiche wandern.

Frühjahr

2. April 2014

Draußen ist noch nicht so viel los: Die Puffbohnen stecken erste Blätter heraus, einige selbstversamte Pflanzenkinder tummeln sich im Hochbeet: Bohnenkraut, Pflücksalat und Tagetes. Bärlauch gibt es jeden Tag, und auch den Schnittlauch kann ich jetzt schneiden, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Das meiste aber findet noch in der warmen Wohnung statt: Paprika, Tomaten und Kräuter habe ich größtenteils pikiert, und nun wird es eng auf den hellen Plätzen unter den Fenstern.

Übrigens versuche ich möglichst viel mit Recycling-Material zu arbeiten: Die Töpfchen hole ich mir von einer Baumschule, die sie sonst entsorgen würde, und die Pflanzschildchen schneide ich aus gebrauchten Joghurtbechern oder anderen Plastikbehältern.

Aussaat für einen bunten Tomatensommer

9. März 2014

Samen von Chili, Paprika und Auberginen habe ich bereits vor einem Monat unter die Erde gebracht und auch sieben verschiedene Basilikumsorten sind schon gekeimt. Aber was ist Basilikum schon ohne Tomaten? Heute habe ich endlich auch diese gesät – und wie immer in vielen bunten Variationen. Jedes Jahr halte ich es mit einer Mischung aus altbewährten Sorten und neuen, die ich von Freunden empfohlen bekommen habe. Unter den Neulingen befindet sich diesmal Schönhagener Frühe, eine wie der Name sagt sehr zeitig reifende goldgelbe Cherrytomate, die ich im letzten Jahr kosten konnte: Würzig und aromatisch. Neu ist auch Handorp Green – da bin ich sehr gespannt, sie soll in verschiedenen Grüntönen gestreift sein. Unter den Altbewährten schon im fünften Jahr ist Snow White Cherry, eine fruchtige hellgelbe Cherrytomate mit gutem Ertrag. Immer wieder säe ich auch Celsior, diese Sorte gedeiht bei mir im Freiland und ist rech unempfindlich gegen Braunfäule. Nicht mehr verzichten möchte ich auf Tschornaja Wischnja, eine braune süß-würzige Cherrytomate, die ideale Naschtomate, die einfach so aus der Hand am besten schmeckt.

Oca - Andenklee

2. Dezember 2013

Im Frühjahr bekam ich freundlicherweise ein paar Knollen vom Andenklee bzw. Oca (Oxalis tuberosa) und konnte die Kultur in meinem Garten ausprobieren. Der Anbau ist ganz unkompliziert: Die Knollen werden im Frühjahr mit einem Abstand von ca. 30cm in die Erde gelegt. Bald entwickelt sich das erste Grün, das sehr einfach als Kleegewächs erkannt wird. Den Sommer über habe ich nur für ausreichend Wasser gesorgt, denn das dichte Grün verdrängt alle Unkräuter. Im Herbst beginnen sich an den Wurzeln der Pflanzen die Knollen auszubilden, die schließlich gegessen werden. Ich habe aber auch schon gehört, dass auch das Grün genießbar sein soll. Es enthält jedoch sehr viel Oxalsäure, ist also nicht so gut verträglich. Die Knollen sollten so spät wie möglich geerntet werden, aber bevor der Frost tiefer in die Erde eindringt. Das habe ich heute getan. Nun bin ich gespannt, wie sie mir schmecken. Roh habe ich sie schon probiert, sie erinnern mich an den Geschmack roher Kartoffeln, aber etwas säuerlicher.

Schon wieder Herbst

24. September 2013

Über diesen Sommer kann ich mich eigentlich nicht beklagen, wir hatten viele schöne Tage und wenig Regen - in meinem Garten ist letzteres kein Problem, da wir einen sehr hohen Grundwasserspiegel haben. Traurig ist nur: Dieser Sommer war viel zu kurz. Ewig dauerte das kalte Frühjahr und viele Kulturen sind mehrere Wochen in ihrer Entwicklung zurück gewesen. Und jetzt geht es schon wieder der kalten Zeit entgegen. Meine Tomatensträucher hängen noch voller Früchte, bei denen fraglich ist, ob sie noch ausreifen werden. Schlecht war es mit Kartoffeln und Gurken, sehr gute Erträge konnte ich bei den Kürbissen erzielen. Auf Grünkohl und Rosenkohl mag ich mich noch nicht so recht freuen, ich kaufe auch noch keine Spekulatius und Dominosteine im Supermarkt. Nein, erst einmal muss ich mich mit dem Gedanken abfinden, dass der Sommer jetzt wirklich vorbei ist.

So bunt ist der Sommer!

24. August 2013

Herrliche Zeiten! Jeden zweiten Tag fahre ich zum Garten und ernte Tomaten. In diesem Jahr habe ich etwa 20 Sorten angebaut und fast alle sind jetzt reif. Ich mag diese bunte Vielfalt so sehr! Wenn man mich fragt, welche mir am liebsten sind, fällt es mir schwer zu antworten. Fruchtig-lecker sind die kleinen braunen Kirschtomaten mit dem schwierigen Namen "Tschornaja Wischnja" und auch die hellgelben "Snow White Cherry". Aber auch die größeren braunen Sorten schätze ich wegen ihres würzigen Geschmacks: "Black Seaman", "Black and Red Boar" oder "Schwarze Pflaume". Und die braune "De Berao" schmeckt viel besser als ihre roten Verwandten, trägt früh und üppig und ist robust.

Der Sommer ist da: Zucchini ohne Ende

29. Juli 2013

Jetzt geht es im Garten so richtig ab. Die Zucchini, die im Mai fast noch den Kältetod gestorben wären, wachsen so sehr, dass man dabei zugucken könnte und die Ernte reicht für die ganze Straße. In diesem Jahr habe ich drei verschiedene Sorten: die grün-creme-gestreifte Coucourzelle, die leuchtend gelbe Gold Rush und eine ziemlich verrückt aussehende warzige Sorte mit heller Haut, die aus einem alten Hausgarten in Florenz stammen soll. Sie ähnelt von der Art her der ebenfalls italienischen Sorte Rugosa Friulana, die aber leuchtend gelb wird.

Endlich Sommer!

15. Juli 2013

Nun wächst es mit Macht. Und ich meine nicht nur das Gemüse. Neulich hörte ich den nicht diskriminierenden, politisch korrekten Ausdruck „Kulturbegleitkräuter“ für das, was unsere Großeltern noch Unkraut nannten. Jedenfalls wächst das Zeug. Aber ich will nicht jammern, denn die Kulturpflanzen wachsen auch und ich kann ausgiebig ernten: Salat und Kräuter sowie, diverse Beeren, Kohlrabi, Spitzkohl und Blumenkohl, Brokkoli und die ersten Zucchini. Auf dem Foto nebenan sind meine Teltower Rübchen, die im kalten Frühjahr erst ein wenig Anlauf brauchten, jetzt aber richtig lecker schmecken.

Üppige Erntezeit?

3. Juli 2013

So toll wie auf diesem Foto könnte es sein, denn es stammt aus meinem Garten. Nur ist es nicht in diesem Jahr aufgenommen worden. Heute könnte ich nur angefressene Erdbeeren zeigen, wenn ich denn überhaupt ein Schälchen voll bekommen würde. Der Brokkoli ist erst halb so groß und die Ringelblumen fangen eben an zu blühen. Nur dem Salat geht es richtig gut, denn der mag feuchtes kühles Wetter.

So bleibt nur darauf zu hoffen, dass die Kartoffeln mehr als Murmelgröße erreichen, bevor die Fäule zuschlägt, dass die Gurken sich dafür entscheiden, endlich das Keimblattstadium zu verlassen und dass Kürbis und Zucchini nicht nur blühen, sondern auch Früchte ansetzen. In den nächsten Tagen soll es wärmer werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Was für ein Rot!

18. Mai 2013

Zum ersten Mal habe ich in diesem Jahr Amaranth in meinem Gartenprogramm. Ich habe ihn bereits vor einigen Wochen vorgezogen und heute oder morgen kommt er raus ins Beet. Er heißt „Hopi Red Dye“, und ich finde die Farbe einfach umwerfend. Verwenden kann man die Blätter als Salat oder Spinat – ich bin gespannt, wie er schmeckt. Aber wenn nicht, wird er zumindest eine Zierde sein!

Zeit für die Kartoffeln

2. Mai 2013

„Legst' mich im April, komm ich wann ich will legst' mich im Mai, komm ich gleich“ So lautet eine alte Gärtnerweisheit in Sachen Kartoffeln. Ich bin gespannt, ob es stimmt. Denn anders als in den letzten Jahren konnte ich meine Kartoffeln erst jetzt legen, weil mein Boden lange noch zu kalt und zu nass war.

Wildkräuter zuerst

15. April 2013

Bis Kohlrabi, Salat und Radieschen geerntet werden können, wird es in diesem Jahr noch eine ganze Zeit dauern. Ich bin froh, dass zumindest der Schnee weg ist und die Erde sich für die allerersten Aussaaten ausreichend erwärmt hat. Auf manch ein Frühjahrsgemüse werde ich allerdings verzichten. Dicke Bohnen kommen mir nicht mehr in den Boden, denn die Gefahr, dass sie von der schwarzen Bohnenlaus befallen werden, ist umso höher, je weiter fortgeschritten das Jahr schon ist. Außerdem werden sie mir zu lange den Platz für Folgekulturen blockieren. Lieber nutze ich das Beet in diesem Jahr ab Mai für meine Gurken und hoffe, genügend ernten zu können, um etliche Gläser einzumachen.

Bis das alles so weit ist, ernten wir erst einmal Bärlauch und andere Wildkräuter und reichern damit die Rohkostsalate an, die wir noch aus den Lagermöhren vom letzten Herbst machen.

Hoffnung keimt auf

01. April 2013

Bei uns liegt immer noch Schnee. Aber er schmilzt! Und drinnen im unbeheizten Dachzimmer keimen meine Kartoffeln vor. In diesem Jahr habe ich erstmals ein Dutzend Sorten: Lila Finger – mit hellfliederfarben marmoriertem Fleisch: Vitelotte, eine tief violette feste Kartoffel. Cusoi hat eine rote Schale und sehr tiefe Augen, zum Schälen nicht geeignet, aber sehr, sehr lecker als Pellkartoffel. Puca Quitisch ist bläulich-rosa mit gelben Augen. Rosalinde habe ich zum ersten Mal, das Fleisch ist ebenso wie bei der Roten Emma rosa-rot. Dann habe ich noch eine aus Bornholm mitgebrachte Kartoffel mit rot-gelb gefleckter Schale und einem sehr vollen kartoffeligen Geschmack – möglicherweise ist es die englische Sorte King Edward. Erstmals auch den Blauen Schweden, eine Traditionskartoffel, die früher hierzulande häufiger angebaut wurde. Dazu auch neu ein rotes und ein blaues Horn sowie die hübschen La Corne de Gatte. Bewährt hat sich die allerfrüheste Sorte Solist, die ich bereits im 5. Jahr anbaue- trotz der frühen Ernte hält sie sich auch gut auf dem Lager.

Man muss sich Mut machen

22. März 2013

Seit zwei Wochen bietet sich mir jeden Tag dasselbe Bild, wenn ich aus dem Fenster gucke: Eine etwa 20cm dicke Schneeschicht überdeckt alles in meinem Garten. An Umgraben, Aussäen oder ähnliche Dinge ist noch lange nicht zu denken. Uns im Norden hat es in diesem Jahr hart getroffen. Und es soll wieder kälter werden. Die Ostereier können wir dann wohl im Schnee verstecken.

Und was schreibe ich jetzt in meinem Blog? Ich kann Euch ja nicht schon wieder Fotos von meiner Anzucht bieten, das langweilt allmählich. So habe ich mich entschlossen, auf das Prinzip Hoffnung zu setzen. Es ist sicher, dass der Schnee irgendwann verschwinden wird. Bestimmt kommt das Frühjahr dann mit Macht. Und wir werden es nach den winterlichen Entbehrungen umso mehr zu genießen wissen. Endlich nicht mehr morgens aufwachen von dem Kratzen der Schneeschieber auf dem Gehweg, sondern vom Kitzeln der Sonne und dem Gesang der Vögel. Das Leben kann so schön sein.

Und dann geht es mit großen Schritten dem Sommer entgegen. Ich träume jetzt schon von einem bunten Tomatenbrot! Dafür lohnt es doch, durchzuhalten!

Träumen vom Sommer

13. März 2013

Jetzt hat es uns nochmal so richtig erwischt. In meinem Garten liegt der Schnee kniehoch, heute Nacht zeigte das Thermometer -16,3°C, und es ist überhaupt nicht daran zu denken, draußen mit der Arbeit zu beginnen. Da macht es mehr Spaß, auf der Couch herumzulümmeln und ein schönes Gartenbuch zu lesen, oder?

Das nehme ich dann gerne zum Anlass, auf mein neuestes Werk Das ist Urban Gardening! hinzuweisen. Im letzten Jahr habe ich meinen Garten wegen der Arbeit daran ziemlich vernachlässigt. Ich bin sozusagen fremdgegangen und war in Gärten zwischen Hamburg und München, Düsseldorf und Berlin unterwegs. Dort habe ich mit vielen interessanten Menschen gesprochen und auch etliche Sommerbilder geschossen wie dieses hier vom Gemeinschaftsgarten auf dem Tempelhofer Feld! Ach, kann Sommer schön sein! Mehr zum Inhalt hier.

Anzucht

18. Februar 2013

Ende Januar hatte ich meine Chilisamen eingeweicht und ausgesät, jetzt sind die Pflänzchen stark genug, um pikiert zu werden. Ich habe mir aus einer Gärtnerei mehrere Dutzend eckige Töpfe mitnehmen dürfen, die sonst auf dem Müll gelandet wären. Finde ich klasse, denn sie sind platzsparender als runde Töpfe.

Auberginen sind auch bereits in den Anzuchtkästen und gestern habe ich erste Tomaten ausgesät. So früh im Jahr macht das allerdings nur Sinn, wenn man den Pflänzchen genügend Licht bieten kann, da sie ansonsten vergeilen. Ich träume immer noch von einem Wintergarten oder einem Gewächshaus. Aber es geht auch so: Meine stehen in den ersten Wochen unter einer Leuchtstoffröhre und später unter einem großen Dachflächenfenster. Im April spätestens kommen sie in ein Folienhaus auf der Terrasse – für drinnen sind sie dann zu groß.

Frühjahrsputz in der Galerie

8. Februar 2013

Es wurde wirklich mal Zeit, dass ich ein paar Fotos in meiner Galerie ausgetauscht habe. Einige waren nun schon ein bisschen angestaubt. Ich hoffe, dass ich Euch/Ihnen mit den neuen Bildern eine Freude bereiten kann. Auch wenn man es beim derzeitigen trist-grauen Februarwetter kaum glauben mag, das Frühjahr kommt bestimmt und mit ihm kommen Licht und Sonne wieder in unsere Gärten!

Jetzt geht es wieder los

28. Januar 2013

So eine Winterpause ist ja ganz erholsam, aber wer ein leidenschaftlicher Gärtner ist, scharrt jetzt doch schon wieder mit den Füßen. So geht es mir jedenfalls. Da draußen noch nichts zu machen ist, habe ich mit der Aussaat meiner Chili, Paprika und Auberginen begonnen. Erst weiche ich sie ein paar Stunden in Wasser ein, dann kommen sie in Anzuchtschalen und aufs Fensterbrett über der Heizung. Die ersten keimen innerhalb einer Woche, wenn das Saatgut älter ist, kann es auch schonmal deutlich länger dauern. Die Namensschildchen schneide ich übrigens das ganze Jahr über aus leeren Joghurt-Bechern. Ich brauche eine ganze Menge, und das ist eine einfache Methode, Kunststoff zu recyclen.

Rosenkohlclafoutis

7. Januar 2013

Eigentlich gehören Kirschen oder Pflaumen in eine Clafoutis. Ich habe sie herzhaft mit Rosenkohl abgewandelt – sehr lecker. Sie brauchen: 125 g Mehl, 3 Eier, 200 ml Milch, 100 g Schmand, 500 g gegarten Rosenkohl, 1-2 rote Pepperoni oder ½ rote Paprika, etwas Muskat, Pfeffer und Schabzigerklee.

Mehl, Eier, Milch und Schmand mit etwas Salz und den Gewürzen verrühren und 15 min. quellen lassen. Eine Tarteform fetten und den Teig hineingießen. Den bissfest vorgegarten Rosenkohl darauf verteilen. Klein geschnittene Pepperoni oder Paprika überstreuen. Im vorgeheizten Backofen bei Umluft 180°C etwa 40 Min backen.

Dieses und weitere leckere Wintergemüse-Rezepte finden Sie in meinem neuen Buch Wintergemüse. Selbst geerntet – selbst gekocht.

Von Äpfeln und Weihnachtskugeln

24. Dezember 2012

Volkskundliche Forschungen besagen, dass im 19. Jahrhundert ein mit kleinen Äpfelchen, Nüssen und Süßigkeiten geschmückter Baum als Vorläufer des heute üblichen Weihnachtsbaumes aufkam. Seinerzeit trug der Baum noch keine Kerzen. Glitzer- und Lichterschmuck wurde bald darauf zunächst in bürgerlichen Familien eingeführt, und die runden glänzenden Christbaumkugeln – vorzugsweise in Rot - ersetzten dann die eher bäuerlich-derb erscheinenden Äpfelchen.


Rotkohl mal anders!

18. Dezember 2012


Weihnachten naht und damit die Zeit des Rotkohlgemüses, gekocht mit Apfel, Nelken und etwas Zimt und serviert zu Ente oder Gans. Lecker! Aber Rotkohl geht auch mal anders. Ich mag ihn gerne als Kohlroulade. Dazu muss man die Blätter vorher blanchieren, damit sie beim Wickeln nicht brechen. Ich fülle sie mit Schweinehack, das mit Zwiebeln und Fenchelsamen gewürzt wurde. Man kann auch das Brät von italienischen Salsiccia-Würsten nehmen.


Und falls jemand noch ein Weihnachtsgeschenk sucht – diese und noch viele andere Vorschläge zur Zubereitung von saisonalem Gemüse finden Sie in meinem neuen Buch „Wintergemüse – selbst geerntet – selbst gekocht“. Guten Appetit

Ich liebe Feldsalat!

10. Dezember 2012

Eigentlich kann man ihn den ganzen Winter über ernten – solange er nicht gefroren ist, denn sonst gibt es beim Auftauen Matsche. Warum ich „eigentlich“ sage? Obwohl ich ihn so gerne esse, schaffe ich es nie, im Spätsommer genügend davon auszusäen. Entweder ist noch nicht ausreichend Platz auf den Beeten frei oder das Saatgut war überlagert oder ich habe es einfach vergessen. Es ist mir schleierhaft, wie sich dieses Drama Jahr für Jahr wiederholen kann. Denn ich liebe Feldsalat.

Frostiger Mangold

3. Dezember 2012

Schön sieht er ja aus, der Mangold mit Raureif. Besonders gut stehen die glitzernde Reifsternchen dem rotblättrigen „Vulkan“ - übrigens eine Sorte, die eine Zierde für jedes Staudenbeet ist. Je intensiver die Sonneneinstrahlung, desto leuchtender die roten Blätter. Er schmeckt genauso gut wie der grünblättrige Mangold, macht aber auch in der Küche mehr her, da er seine Farbe beim Kochen nicht verliert. Bei so vielen Vorteilen muss es auch einen Nachteil geben: Er verträgt Frost weitaus weniger gut als der grüne robustere „Lukullus“. Letzeren kann man über den Winter auf dem Beet stehen lassen und im Frühjahr nochmal von den frischen Austrieben ernten, bevor die Pflanzen in Blüte gehen. Der „Vulkan“ aber erlebt das Frühjahr nicht. Schade.

Rote Bete Suppe

9. November 2012

Wenn es novemberlich grau und kalt ist, essen wir gerne eine heiße Rote-Bete-Suppe. Ich habe ein russisches Borschtsch-Rezept abgewandelt. Dafür braucht man 600g Rote Bete und 600g festkochende Kartoffeln, 2 Zwiebeln, 400g mageres Rinderhack sowie einige Gewürze. Ich hacke die Zwiebeln und brate sie in ein wenig Öl glasig, dann lösche ich mit einem Liter Wasser ab. Geschälte und gewürfelte Bete und Kartoffeln dazu geben und gekörnte Brühe einrühren. Das Hack mit einen Teelöffel Salz, etwas Kreuzkümmel, einer Prise Zimt, Dillsamen und Pfeffer verkneten. Wenn das Gemüse etwa 10 Minuten gekocht hat, aus dem Fleisch Bällchen formen und sie noch etwa 15 Minuten simmern lassen. Wer es scharf mag, kann eine Chilischote mitgaren lassen. Dazu schmeckt ein Klacks saure Sahne.

Jetzt noch Tomaten?

22. Oktober 2012

In diesem Jahr sind die Tomaten wegen des kühlen Frühsommers recht langsam in Gange gekommen. Unsere stehen unter einem Dach – als Schutz vor der Braunfäule – und hängen noch voller Früchte. Trotz der kalten Herbstnächte wird die Sorte „Celsior“ richtig rot. Andere Sorten schaffen das draußen nicht mehr. Ich nehme sie ab, wenn sie anfangen, sich umzufärben und lasse sie drinnen nachreifen. In diesem Jahr habe ich erstmals zwei Sorten, die besonders daraufhin gezüchtet worden sind, sich lange auf dem Lager zu halten, so dass man bis in den Winter davon essen kann. Eine davon ist die außen rosa und innen leuchtend rot werdende „Winterkeeper“. Die andere stammt aus Kasachstan und heißt „Grüne Flasche“. Sie bleibt grün und hart und ist nicht für den Rohverzehr gedacht. Wenn man sie brät, wird sie weich. Das Aroma ist mild, mir schmeckt sie zusammen mit einem kräftigen Fetakäse und Zwiebeln.

Herbst ist Kartoffelzeit

4. Oktober 2012

Seit einigen Jahren baue ich in kleinen Mengen auch bunte Kartoffeln an. In einem Kartoffelsalat sorgen sie immer für einen tollen Effekt. Meine derzeitigen Sorten sind Rote Emma, Vitelotte, Lila Finger und eine mir namentlich Unbekannte, die hell fliederfarbenes Fleisch hat. Emma mal ausgenommen, sind diese Sorten wegen ihrer dunkleren Schale und auch weil sie recht klein bleiben, bei der Ernte nicht so leicht zu finden. Deshalb ziehe ich sie in großen Kübeln heran, die ich zunächst nur halbvoll mit Erde fülle. Wenn das erste Kartoffellaub erscheint, kommt etwas Erde drüber, damit ahme ich das Anhäufeln nach, bis der Kübel voll ist. Die Ausbeute im Kübel ist recht hoch, vielleicht gefällt es den Kartoffeln, dass sich die Erde darin schneller erwärmt.

Herbstzeit – Apfelzeit

21. September 2012

Jaja, ich weiß, Äpfel sind kein Gemüse. Aber was wäre ein Leben ohne Äpfel? Wer würden schon rund ums Jahr Erdbeeren essen mögen? Bei Äpfeln ist das kein Problem.
Leider mussten wir im vergangenen Winter unseren Lieblingsapfelbaum fällen, er war im August umgekippt, nachdem es unendlich viel geregnet hatte und der Boden durchweicht war. Dort, wo er stand, haben wir heute zwei Hochbeete. Das ist auch schön, aber ich vermisse den Baum sehr.

Zum Glück haben wir noch einen weiteren Apfelbaum und außerdem kenne ich auch ein paar herrenlose Bäume in der Umgebung, die wir einfach so beernten. Wäre doch schade, wenn die Äpfel liegen bleiben und vergammeln. Es gibt übrigens eine Webadresse, unter der man solche Bäume bundesweit finden kann. Oder auch Bäume melden, wo freie Ernte möglich ist: www.mundraub.org

Wintergemüse

13. September 2012

Es ist soweit, mein zweites Buch beim BLV-Verlag zum Thema „Gemüse“ ist gerade erschienen. Passend zur Jahreszeit geht es um „Wintergemüse“. Als Alternative zu Treibhaustomaten aus Holland und Zucchini aus Nordafrika stelle ich darin 35 Gemüsearten vor, die hierzulande gedeihen und in der kalten Jahreszeit den Speiseplan bereichern. Wintergemüse – ganz gleich, ob aus dem eigenen Garten oder aus regionalem Anbau – ist besonders ökologisch: Es ist weder im beheizten Gewächshaus gewachsen, noch wurde es über weite Strecken transportiert oder mit energieaufwändigen Methoden konserviert. Mit dem Verzehr von saisonalem Gemüse tut man also etwas für eine gute Klimabilanz. Mehr noch: Im Gegensatz zur importierten Treibhausware ist Wintergemüse besonders aromatisch, da es den Sommer und Herbst über die Energie der Sonne speichern und in Ruhe wachsen konnte.

Das Buch enthält Anleitung zum Anbau, zur Ernte und zur Lagerung sowie Rezepte und Küchentipps – das Ergebnis meiner langjährigen Kochleidenschaft. Wegen des Rezeptteils ist das Buch auch als nettes Weihnachtsgeschenk für Nicht-Gartenbesitzer geeignet.

Wintergemüse. Selbst geerntet – selbst gekocht, von Karen Meyer-Rebentisch im BLV-Verlag, ISBN 978-3-8354-1015-2, 160 Seiten, 16,95 Euro. Kaufen kann man es bei Garten und Gabel.

Borlotti gedeihen auch im Norden!

2. September 2012

Die Saat für diese in Italien verbreiteten Stangenbohnen erhielt ich vor einigen Jahren von einem Freund, der sie im warmen Frankfurt erfolgreich anbaute. Ich war skeptisch, ob die südländischen Bohnen auch im kühlen Norden gedeihen würden. Doch schon im ersten Anbaujahr übertrafen sie meine Erwartungen. Sie wuchsen üppig und setzten gut an. So ist es auch in den nachfolgenden Jahren geblieben, wobei sie einen warmen Hochsommer schon zu schätzen wissen.

Eine Kunst ist es, den richtigen Zeitpunkt für die Ernte zu erwischen. Denn bei den Borlottis verzehrt man die milchreifen Kerne, d.h. man muss pflücken, wenn sie schon ihre endgültige Größe erreicht haben, aber noch nicht hart geworden sind. Man kann es daran erkennen, dass die Hülsen beginnen ledrig zu werden. Milchreif geerntete Borlottibohnen werden wenige Minuten gekocht, sie sind dann zart und buttrig weich. Wir essen sie gerne mit angeschmorten Zwiebeln, Kräutern, etwas Essig und einem guten Öl als lauwarmen Bohnensalat. Sie passen aber auch gut in Gemüsepfannen und ergänzen sich hervorragend mit Tomaten.

Unkompliziert und lecker

13. August 2012

Der klassische Spinat ist im Sommer nur schwer zu kultivieren. Er neigt bei den langen Tagen zum Schossen und dann schmecken seine Blätter nicht mehr. Alternativen gibt es mehrere, zum Beispiel Mangold. Aber so zart wie echter Spinat wird er auch dann nicht, wenn man ihn länger kocht. Deshalb habe ich vor einigen Jahren damit begonnen, über den Sommer Neuseeländischen Spinat anzubauen. Für unsere Familie reichen zwei Pflanzen, die zusammen etwa einen Quadratmeter Boden brauchen, wenn sie erst einmal richtig gewachsen sind. Gegart ist der Neuseeländer so delikat und zart wie unser Klassiker. Man kann seine Blätter aber auch roh essen, als Salat oder einfach so. Sie sind ein wenig fleischiger als normale Salat- oder Spinatblätter und eignen sich deshalb auch sehr gut als frisches Grün auf dem belegten Brot oder Brötchen.

Dicke Bohnen palen

3. August 2012

Jetzt ist die Zeit der Dicken Bohnen schon fast vorbei. So viele, wie in diesem Jahr, habe ich noch nie geerntet. Offenbar hat ihnen der bisher eher kühle und feuchte Sommer sehr behagt. Die schwarze Bohnenlaus hat zwar auf einigen Pflanzen gesessen, ich habe die Triebspitzen ausgebrochen und damit war das Problem erledigt. In diesem Jahr habe ich drei Sorten gebaut: Con Amore, Dreifache Weiße und Hangdown Grünkernige. Letztere hat schlankere Hülsen als die erstgenannten, auch die Kerne bleiben etwas kleiner und sind schön zart. Der Gesamtertrag bleibt aber nicht hinter den anderen beiden Sorten zurück.

Bären ernten

16. Juli 2012

Die Honigbeere, von der Art ein wenig wie Josta, wächst jetzt das dritte Jahr in meinem Garten. Sie ist ziemlich stachelig, was auf die Verwandtschaft mit der Stachelbeere hinweist. Ihr Aroma ist würziger und sie ist – wie der Name vermuten lässt – schön süß. Für mich eine willkommene Bereicherung des Beerensortiments, zumal die Früchte nicht alle gleichzeitig reifen und man so etwa vier Wochen lang von ihr naschen kann.

Jetzt langt es zum satt werden

9. Juli 2012

Jetzt beginnt die Zeit der großen Vielfalt. In den letzten zwei Wochen sind etliche Gemüse erntereif geworden, auf die wir sehnsüchtig gewartet haben: Die ersten Möhren und die Dicken Bohnen. Rote Bete hatte ich früh im Jahr gesät und damit das Risiko eingegangen, dass sie vorzeitig schossen würden. Wir haben aber Glück gehabt und können sie nun in drei Farben genießen: Orange-gelb, weiß und klassisch dunkelrot. Im Kochtopf dominiert dann aber das Rot und färbt alles gleichmäßig ein. Nach den Frühkartoffeln habe ich vorsichtig gegraben und siehe da, sie haben schon eine Größe, bei der sich die Ernte lohnt.

Rote Bete

2. Juli 2012

Jetzt geht es so richtig los mit dem Gemüse. Aus unserem Hochbeet können wir nun rote Bete ernten. So jung und frisch, wie sie jetzt ist, schmeckt sie auch roh in Scheiben geschnitten lecker. Ich mache manchmal ein Carpaccio davon, dazu schneide ich sie hauchdünn und beträufle sie mit ein wenig Essig und Öl, salzen, fertig!

Süße Zeiten

18. Juni 2012

Erdbeeren machen Mühe übers ganze Jahr: Nach der Ernte müssen welke Blätter und Ausläufer zurückgeschnitten und die Pflanzen gedüngt werden. Alle zwei, drei Jahre wollen sie ihren Standort wechseln. Und außerdem muss man ständig im Beet jäten. Aber irgendwie ist es wie mit dem Kinderkriegen, die ganze Plackerei ist vergessen, wenn die Früchtchen erstmal da sind. Und jetzt ist es soweit! Endlich! Leckere süße rote Erdbeeren warten nun darauf, von mir geerntet zu werden. Am liebsten futtere ich sie gleich im Garten von der Hand in den Mund. Neulich hatte ich mal ein Buch in der Hand mit lauter Erdbeerrezepten. Wahnsinn, mmmh!!! Das könnte mich fast dazu bringen, alles andere unterzugraben und nur noch Erdbeeren zu pflanzen. Zum Glück ist diese Euphorie verflogen, wenn die Ernte vorbei ist und alles andere von vorne beginnt...

Bin ich ein Karnickel?

11. Juni 2012

Dieses kalte Spätfrühjahr sorgt dafür, dass Tomaten, Paprika und Gurken schlotternd im Beet stehen und auf besseres Wetter warten – dem Salat aber bekommt die erfrischende Kühle offenbar bestens. Noch nie habe ich soviel Salat ernten können, wie in diesem Frühjahr von unserem neuen Hochbeet. Als besonders wüchsig und unkompliziert hat sich die Sorte „Grand Rapids“ von Sperli herausgestellt – das ist der hellgrüne Salat links auf dem Bild. Schon im letzten Jahr war mir positiv aufgefallen, dass Grand Rapids sehr spät zu schossen beginnt. Soweit, so gut. Die Kehrseite ist, dass wir seit vier Wochen jeden Tag Salat essen. Ohne Ausnahme. Und die Nachbarn beglücken wir auch damit.

Das Gemüse steht gut

04. Juni 2012

Dank des warmen Mai ist alles ordentlich gewachsen, und der Schneckenzaun ist bei dem trockenen Wetter eigentlich unnötig, denn es sind nur wenige Schleimer unterwegs. Die Puffbohnen sind zum Glück auch nicht von schwarzen Läusen befallen, was bei starker Trockenheit sonst schnell geschehen kann. Innerhalb des Schneckenzauns stehen links und rechts Kohlrabi Lanro und Blaro sowie in der Mitte ein früher Spitzkohl – ich habe die Jungpflanzen zugekauft und weiß den Sortennamen nicht. Immerhin habe ich mir kein Filderkraut aufschwatzen lassen, das bildet zwar auch spitzkegelige Köpfe, ist aber sehr spätreifend und gut für die Sauerkrautbereitung. Wir hingegen lieben den Spitzkohl im Sommer für superzarten Krautsalat.

Die Sonne brennt

28. Mai 2012

Die trockenen und warmen Maientagen sind gut für unsere Seele, nicht so sehr aber für den Gemüsegarten. Die Jungpflanzen und Neuaussaaten haben es schwer, sich gegen die brennende Sonne zu behaupten. Richtig gießen ist jetzt angesagt: Kaltes Wasser aus der Leitung ist ein Schock für sonnengewärmte Wurzeln. Deshalb sollte man mit Wasser aus dem Schlauch nur am frühen Morgen wässern, wenn der Boden noch kühl von der Nacht ist. Wer dazu keine Zeit hat, lässt das Wasser in Kannen oder Tonnen warm werden, bevor es gegossen wird. Besser ist es auch, alle paar Tage durchdringend zu wässern als täglich nur die Oberfläche zu benetzen. Ich habe mal nachgegraben, wie tief das Gießwasser eindringt – das ist ausgesprochen erhellend!

Zu Besuch in der grünen Hauptstadt

21. Mai 2012

Berlin gilt als eine der grünsten Metropolen überhaupt. Und seit einigen Jahren sorgen mehr und mehr alternative Stadtgärtner und -gärtnerinnen für ein besonders buntes Grün. An verschiedenen Orten experimentieren sie mit neuen Formen des gemeinschaftlichen Gärtnerns – so z.B. auf der Fläche des stillgelegten innerstädtischen Flughafens Tempelhof. Dort haben mehrere hundert Stadtgärtner Hochbeete aus allen nur erdenklichen Materialien angelegt und vornehmlich mit Gemüse und Kräutern bepflanzt. Sie haben viel Spaß dabei, wollen ein Zeichen setzen für regionale Lebensmittelherstellung und gegen globale industrialisierte Landwirtschaft mit ihren negativen Begleiterscheinungen. Mehr Infos dazu unter www.allmende-kontor.de

Tomaten tief pflanzen

14. Mai 2012

Die Eisheiligen sind hoffentlich vorbei. Jedenfalls ist in meinem kleinen Anzuchtzelt kein Platz mehr, und die Tomaten müssen nun an ihren endgültigen Platz umziehen. Wir haben dafür im Garten eine Überdachung mit drei Seitenwänden gebaut – nicht besonders hübsch, aber unter Verwendung von Material, das ohnehin vorhanden war.

Die Tomaten setzen wir ziemlich tief, d.h. der untere Teil des Stängels wird entblättert und kommt unter die Erde, dort bildet er dann zusätzliche Wurzeln aus. Die Pflanzen honorieren das nach einigen Tagen Umstellungszeit mit kräftigem Wachstum.

Jetzt sind alle draußen!

29. April 2012

Meine Tomaten, Chili, Paprika und Auberginen quartiere ich im April in ein Folienhäuschen um, das für diese Zeit einen Teil der Terrasse beansprucht. Man sitzt beim Tee also in netter Gesellschaft. In den letzten Jahren bin ich mit den Pflanzen früher raus gegangen, aber diesmal war es bei uns im Norden noch lange so kühl, dass ich abwarten musste. Den Pflanzen hat es jedesmal gut getan, sie sind immer ordentlich abgehärtet und kräftig, wenn sie an ihren endgültigen Platz kommen. Falls es nachts doch noch einmal zu kalt wird, stelle ich zwei, drei Grablichter unter einem umgedrehten Tontopf ins Folienzelt – das hat bisher immer gereicht, um meine Zöglinge vor Frost zu schützen.

Jetzt ernten!

23. April 2012

Im Moment macht der Gemüsegarten ja eher viel Arbeit und zu ernten gibt es fast nicht. Fast nichts, denn ich habe im Sommer Sprouting Brokkoli gesät, der jetzt endlich Blüten treibt. Die Ausbeute ist nicht gerade riesig, aber dafür schmecken die jungen Triebe kurz gedünstet und mit Butter und Salz serviert einfach köstlich. Je nach Sorte und Temperaturen im Frühjahr kann die Ernte auch schon sehr viel früher beginnen. Eine größere Auswahl an Saatgut gibt es nur im Versand, z.B. bei dem größten britischen Anbieter 'Thomson and Morgan'. Im wintermilden Klima auf der Insel ist Sprouting Brokkoli nämlich besonders beliebt und kann fast den ganzen Winter über beerntet werden.

Kartoffeln legen

16. April 2012

Heute haben meine Tochter und ich Kartoffeln gelegt. Einige Wagemutige haben dies bereits vor drei oder vier Wochen getan, als es sehr warm war. Das habe ich mich nicht getraut, ich habe meine Erdäpfel lieber noch drinnen ein wenig vorkeimen lassen. Erfahrungsgemäß dürften sie nun kurz nach den Eisheiligen das Licht der Welt erblicken. Neben der ultrafrühen „Solist“ pflanze ich die mehlige „Karlena“ und die festkochende „Salome“, dazu noch einige bunte Sorten, die ich gerne erhalten möchte. „Solist“ wird bereits Ende Juli die Beete räumen und Platz für Nachkulturen machen – z.B. Grünkohl, Zichoriensalate oder Feldsalat.

Wir bauen zwei Hochbeete

7. April 2012

Wenn man denn schon einmal dabei ist... also wir bauen zwei Hochbeete mit je 2,50 Meter mal 1,50 Meter und 0,50 Meter Höhe. Klassische Hochbeete sind höher – denn in ihnen wird organisches Material aus dem Garten aufgeschichtet, um Verrottungswärme zu gewinnen und Strauchschnitt etc. sinnvoll zu nutzen. Das geht in unserem kleinen Hausgarten nicht, da dort kaum Material anfällt. Stattdessen haben wir Gartenerde vom Kompostwerk bestellt. Ein Hochbeet ist auch „einfach so“ vorteilhaft, weil sich die Erde im Frühjahr schneller erwärmt, und weil sich die Kulturen leichter bearbeiten lassen. Im Kleingarten haben wir schon lange ein Hochbeet, in dem unsere besonders wärmeliebenden Pflanzen wie Paprika und Auberginen gut gedeihen.

Wir bauen ein Hochbeet

2. April 2012

Zugegeben, ich habe zwei Gärten. Einen Kleingarten und einen am Haus, der kleiner ist, als der Kleingarten. Eigentlich komisch. Und schlechter besonnt ist der Hausgarten auch. Bis auf eine Stelle, wo ein Apfelbaum stand. Den mussten wir im letzten Herbst roden, da er sich flach gelegt hatte. Sehr schade, die Äpfel waren superlecker. Ein kleiner Trost musste her, und so beschlossen wir, ein Hochbeet zu bauen. Warum ein Hochbeet? Weil mir der Boden im Hausgarten nicht ganz koscher erscheint, wir finden immer wieder merkwürdige Dinge darin – manch ein Vorgänger fand es wohl einfacher, seinen Müll zu vergraben als ordnungsgemäß zu entsorgen.

Im Hochbeet wollen wir Kräuter und Salat ziehen – das sind genau die Dinge, von denen mir immer erst abends in der Küche einfällt, dass ich sie sofort und auf der Stelle brauche.

Gartenwetter

26. März 2012

Meine Paprika- und Auberginenpflänzchen haben nun alle schon einen eigenen Topf – so langsam weiß ich kaum noch, wohin damit. Wir haben unter ein großes Dachflächenfenster eine Platte gehängt, auf der ich die Pflanzen stehen habe, mehr dürfen es aber bestimmt nicht werden.

Die letzten Tage war super Gartenwetter auch hier im Norden und es soll weiter schön bleiben. In den Kleingärten ist richtig was los. Ein Gartenfreund von mir hat heute schon seine Kartoffeln gelegt – ich bin mal sehr gespannt, ob er damit einen Vorteil erreichen wird. Meine keimen noch drinnen im Warmen vor. Aber mein Gartenboden ist auch noch sehr nass.

Feldsalat

19. März 2012

Im Moment sieht es ziemlich mau aus mit Essbarem aus dem Garten. Der März und der April sind die schwierigste Zeit für den Selbstversorger, der nicht immer nur Wurzeln und anderes Lagergemüse auf den Tisch bringen möchte. Wie gut, dass es den Feldsalat gibt! Die im August gesäten Pflanzen haben wir alle schon verputzt. Was ich im September gesät hatte, war aber über den Winter zu klein geblieben, um in der Salatschüssel zu landen. Doch die letzten wärmeren Tage haben dem Salat einen Wachstumschub verpasst, so dass es nun einen leckeren Feldsalat frisch aus dem Garten zum Abendessen geben wird. Mmmh!

Jetzt geht’s an's Pikieren

12. März 2012

In der ersten oder zweiten Februarwoche habe ich meine Paprika- und Auberginen ausgesät. Das frische Saatgut ist schnell gekeimt, und ich habe die Pflänzchen im Anzuchtkasten unter Leuchtstoffröhren gestellt, damit sie genug Licht bekommen und nicht vergeilen. Nun wird es ihnen in den Kisten zu eng, und sie müssen pikiert werden. Sie ziehen bei mir in quadratische Töpfe mit 9x9 cm um. Damit müssen sie zurecht kommen, bis ich sie nach den Eisheiligen auspflanze. Die Töpfe hole ich mir übrigens bei einer benachbarten Gärtnerei, die froh ist, ihren Plastikmüll auf diese Weise ein wenig reduzieren zu können.

Rettich-Salat

5. März 2012

Als Kind fand ich Rettich einfach nur „bäh“. Weil er aber nun ein gesundes Wintergemüse ist, dass man ziemlich unkompliziert in Sand eingeschlagen lagern kann, habe ich ein wenig herumexperimentiert, wie ich ihn wohl gerne essen mögen würde. Herausgekommen ist ein Rettich-Wurstsalat mit Zwiebeln und einer Vinaigrette. Schmeckt richtig lecker mit etwas frischem Roggenbrot oder einem knusprigen Brötchen. Sollte man aber nicht unbedingt vor einem Zahnarztbesuch oder einem Rendevouz zu sich nehmen.

Vitamine frisch aus dem Garten holen – und das im Februar!

27. Februar 2012

Nach den Frostnächten mit annähernd minus 20° C sieht nicht mehr alles in meinem Garten wirklich appetitlich aus. Die Blätter vom Grünkohl haben gelbe Ränder und auch der Feldsalat macht einen eher traurigen Eindruck und muss ordentlich ausgeputzt werden, bevor er in die Salatschüssel wandert. Vollkommen unbeirrt aber von der Eiseskälte zeigt sich die Barbarakresse – für mich das Top-Wintergemüse 2012!

Umso unverständlicher ist es mir, dass Barbarakresse kaum bekannt ist. Sie wird im August oder September ausgesät und wächst den ganzen Herbst hindurch, auch wenn es schon kühler geworden ist. Man erntet die jüngen inneren Blätter, aus dem Herz wachsen sie immer wieder neu nach. Ich verwende sie als Dreingabe im Salat oder einfach auf einem Butterbrot.

Harter Winter - Vliese schützen!

20. Februar 2012

Als ich im Herbst im Garten ein wenig aufräumen wollte, kamen mir alte verschmutzte Vliese und teilweise löcherige Folien unter. Fast hätte ich mich davon getrennt, denn das Zeug war wirklich ziemlich oll. Vermutlich war es nur Faulheit, es erst einmal liegen zu lassen.

Anfang Februar, ich war fast schon in Frühjahrstimmung, kamen dann diese verdammt kalten Tage (und die Nächte erst! Brrrr). Weil ich draußen im Garten noch allerlei Gemüse stehen habe, war ich nun sehr dankbar für die Vliese und Folien, denn ich habe damit vieles abgedeckt, teilweise sogar doppelt. An einer Stelle, wo die Abdeckung nicht für alle Pflanzen reichte, konnte ich erkennen, wieviel schlechter es ohne ausgesehen hätte – die nackt stehenden Sprouting Brokkolis sind allesamt erfroren, die abgedeckt daneben stehenden sehen gesund aus!

Ein Garten, ein Blog, ein Buch

15. Februar 2012

Vor etwas mehr als zwei Jahren, im November 2009, bin ich mit gemuese-info.de online gegangen. Ich habe ehrlich gesagt nicht erwartet, nach so kurzer Zeit so viele Besucher auf der Seite begrüßen zu können.

Das hat mich auf den Gedanken gebracht, die Inhalte von gemuese-info auch in Buchform anzubieten. Nicht jeder hat schließlich ein mobiles Endgerät, um es mit in den Garten zu nehmen.

Im letzten Jahr habe ich dann mit dem BLV-Verlag den idealen Partner für ein Buchprojekt gefunden, und nun ist es soweit: Das Gemüsebuch kommt in den Handel! Ganz unbescheiden muss ich sagen, es ist wunderschön geworden! Es enthält viele, viele Fotos aus meinem Gemüsegarten und dazu noch einige Informationen mehr als gemuese-info.

Hier könnt Ihr eine kleine Vorschau ansehen und – das würde mich natürlich sehr freuen – das Buch bestellen. Viel Spaß damit! Link: Garten und Gabel

Alles in allem hat mich diese Sache so motiviert, dass ich nun auch einen kleinen Blog eröffne, in dem ich regelmäßig von Neuigkeiten aus meinem Garten und aus der Küche berichten werden.

Einen herzlichen Dank an alle, die hier immer wieder reinschauen! Über Anregungen und Rückmeldungen freue ich mich weiterhin sehr!