Für Sie getestet

Schneckenabwehr ohne Gift

15. Februar 2016

Im letzten Jahr habe ich zwei Methoden der Schneckenabwehr ohne Gift getestet. Ich erhielt dazu von der Firma Biogartenversand sowohl ein halbes Dutzend Schneckenkragen wie ein Kupferband, das Schnecken abhalten soll.

Die Saison über habe ich die Wirkung der beiden Abwehrmethoden beobachtet.

Das Kupferband habe ich rund um mein Hochbeet getackert. Es soll Schnecken abhalten, da eine chemische Reaktion auftritt, wenn sie darüber kriechen, die ihnen unangenehm ist. Meiner Beobachtung nach hilft das Kupferband nur teilweise. Einige Schnecken haben abgedreht, wenn sie mit dem Kupfer in Berührung kamen, bei anderen war die Sehnsucht nach dem Salat offenbar größer als das unangenehme Empfinden. Insgesamt ist ein Effekt sichtbar, aber aber nicht zu 100% überzeugend.

Die Schneckenkragen werden über einzelne Jungpflanzen gestülpt und bilden eine mechanische Barriere für Schnecken, da diese den nach unten gebogenen Rand nicht überkriechen können. Dieser Schutz funktioniert zu 100%, solange nicht Pflanzenteile über den Rand bis zum Boden hängen und eine Kletterhilfe darstellen. In der Praxis ist es Zeit die Kragen zu entfernen, wenn die Pflanzen so groß geworden sind, dass sie kein attraktives Schneckenfutter mehr darstellen. Dann kann man die nächsten Jungpflanzen damit schützen. Bei mir haben die Kragen erst Salat, dann Kürbis und Zucchini und schließlich Bohnen geschützt.

Fazit: Mit dem Kupferband lässt sich der Schneckenbefall auf einem Hochbeet minimieren, ein Effekt ist erkennbar. Der Schneckenkragen ist sicherer, aber nicht für eine flächige Anwendung geeignet, sondern nur zum Schutz einzelner Pflanzen. Dafür ist die Handhabung flexibler.

Anzuchterde – Vergleichstest

3. März 2015

Am 15. Februar habe ich drei Anzuchtkästen mit Erde unterschiedlicher Herkunft gefüllt und Tomaten darin ausgesät. Heute ist Zeit fürs Resumee:

  1. Anzuchterde selbstgemischt: Seit langem mische ich mir meine Anzuchterde aus ganz normaler Blumenerde und Spielsand im Verhältnis 1:1 selbst. Damit habe ich bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht. Wichtig ist, dass die Blumenerde einen möglichst geringen Salzgehalt hat (das steht auf der Packung), denn gerade Jungpflanzen reagieren sehr sensibel auf Salz. Der Vorteil der selbstgemischten Erde ist der günstige Preis und die leichte Verfügbarkeit. Allerdings sind einfache Blumenerden manchmal mit Keimen oder Schimmelsporen belastet. Zudem sind sie in der Regel torfhaltig – aus ökologischer Sicht sollte man Torf nicht mehr verwenden.
  2. Anzuchterde von Neudorff. Diese Erde ist torffrei hergestellt aus Kokosfasern, Holzfasern und Rindenhumus. Sie sieht aus wie eine ganz normale Blumenerde und lässt sich wie gewohnt handhaben. Sie ist geringer aufgedüngt als eine normale Blumenerde – ebenso genau so, wie Jungpflanzen es brauchen.
  3. Pop Up Anzuchterde von Romberg. Diese Erde kommt getrocknet und komprimiert daher. Das ist ein Vorteil beim Versand oder auch wenn man sie nach Hause tragen muss, denn sie ist angenehm leicht. Erst vor Gebrauch wird Wasser zugesetzt, so dass sie zu ihrem normalen Volumen aufquillt. Auch diese Erde ist torffrei aus Kokosfasern hergestellt und geringer aufgedüngt als eine normale Blumenerde.

Vorbereitung zur Aussaat:

Hier hat die Neudorff-Erde die Nase vorn: Tüte aufschneiden, Erde rausnehmen, fertig. Das Anmischen der eigenen Anzuchterde oder das Aufquellen der Pop Up Erde von Romberg machen ein wenig mehr Mühe – aber wirklich nennenswert ist das nicht.

Konsistenz:

Die Pop Up Erde von Romberg sieht ein wenig ungewohnt aus. Sie ist etwas faserig, ich sorge mich, ob die kleinen Sämlinge das wohl mögen. Im Laufe der Keimzeit zeigt sich, dass das kein Problem ist. Die Neudorff-Erde verhält sich wie ganz normale Blumenerde. Meine Eigenmischung ist durch den Sandanteil ein wenig schwerer. Ich kann aber keine Nachteile erkennen, die daraus erwachsen.

Wasserhaltevermögen und Schimmelneigung:

Alle drei Erden halten das Gießwasser gut. Bei meiner Eigenmischung trocknet die Oberfläche etwas schneller aus – ich habe darauf weder in diesem Jahr noch in den vorangegangenen Jahren jemals Schimmel gehabt. Auch die anderen beiden Erden schimmeln nicht.

Pflanzenwachstum:

Den Tomatenjungpflanzen scheinen alle drei Erden zu behagen. Sie keimen gut und wachsen gleichmäßig. Wenn auf den Fotos der Eindruck unterschiedlichen Wachstums zu sehen ist, so liegt es daran, dass es sich um verschiedene Sorten handelt.

Inhaltsstoffe:

Anzuchterden werden mit Absicht weniger stark aufgedüngt als normale Blumenerde, denn die Jungpflanzen sollen nicht mastig werden, sondern sich lieber etwas langsamer entwickeln und schön kräftig werden. Anhand der Tabelle kann man die Nährstoffgehalte der drei Erden vergleichen. Für die Angaben bei meiner Eigenmischung habe ich einfach die Herstellerangaben halbiert, da der Sand keine Nährstoffe enthält. Auffällig ist, dass die Romberg Pop Up Erde nochmal deutlich weniger gedüngt ist als die Neudorff-Erde:

Gehalte je LiterEigenmischungNeudorff AnzuchterdeRomberg Anzuchterde
Salzgehalt 0,9 1,2 1
Stickstoff 90 150 100
Phosphat 130 120 75
Kalium 500 400 500
Magnesium 110 120 70

Fazit:

Der Wow-Effekt ist ausgeblieben. Alle drei Erden haben sich als gut brauchbar für die Anzucht erwiesen. Meine selbstgemischte Variante hat gut funktioniert. Mir ist aber klar, dass das nicht immer der Fall sein muss. Zudem ist sie wegen des Torfgehaltes aus ökologischer Sicht nicht die erste Wahl. Die Anzuchterden von Romberg und Neudorff kann ich gleichermaßen empfehlen – für den Käufer mag möglicherweise das leichte Trockengewicht der Romberg-Erde oder die sofortige Brauchbarkeit der Neudorff-Erde den Ausschlag für die Kaufentscheidung geben.

Werkzeug nicht nur fürs Hochbeet

25. Mai 2014

Seit anderthalb Jahren stelle ich auf meiner Webseite unter der Rubrik „Kürzlich gelesen“ Bücher zum Thema Gemüse vor. Jetzt habe ich mir überlegt, dass ich dies auch mit allerlei nützlichen Dingen für den Gemüsegarten tun möchte.

Den Anfang machen drei handliche Gartengeräte. Ich war schon länger auf der Suche nach Werkzeugen, die besonders gut geeignet für die Bearbeitung meiner beiden Hochbeete sind. Nach einer Beratung durch den Betreiber des Online-Versandes Garten und Gabel entschied ich mich, drei Geräte auf ihre Praxistauglichkeit hin zu testen:

Vom Hersteller Fieldhouse habe ich einen Unkrautstecher ausprobiert. Dieses ist ein klassisches Gartengerät, mit dem man vor allem tiefwurzelnde Gewächse wie Löwenzahn und Co. einfach aus dem dem Beet entfernen kann. Der Unkrautstecher aus Edelstahl liegt gut in der Hand, der Holzgriff ist angenehm glatt.

Bei einem weiteren Gerät von Fieldhouse handelt es sich um einen Jäter – ein recht kurzes handliches Werkzeug ähnlich einem Fugenkratzer aus Edelstahl. Mit der schmalen Spitze kann ich wunderbar auch zwischen eng stehenden Kulturen unerwünschten Beiwuchs entfernen. Das Teil ist ebenso geeignet für das Jäten oder Auflockern in Kübeln oder Balkonkästen. Das werde ich bestimmt noch oft benutzen.

Schließlich habe ich mich für eine Handhacke der niederländischen Firma Sneeboer entschieden. Diese hat einen längeren Stiel, so dass ich damit gut über das ganze Hochbeet reiche. Sie dient zum oberflächlichen Hacken und der Entfernung des Unkrautes – nicht zur Bodenlockerung, dafür ist sie nicht schwer genug. Ihren Zweck erfüllt sie sehr gut. Praktisch finde ich dabei, dass man sie nicht nur flach, sondern auch hochkant führen kann und damit auch an sonst weniger gut zugängliche Stellen gelangt. Ein wirklich durchdachtes Produkt mit nur einem kleinen Makel: Der Markenaufkleber hinließ beim Entfernen unangenehme Klebereste, und der an sich schön Eschenholzgriff fühlte sich sehr rauh an. Beides ließ sich mit etwas Schleifpapier binnen weniger Minuten beheben.

Alle drei Geräte machen einen hochwertigen Eindruck und werden sicher langfristig im Einsatz bleiben. Sie sind für die Gartenarbeit im normalen Beet ebenso geeignet. Die schlichte Gestaltung aus Edelstahl mit ungefärbtem Holzgriff finde ich sehr ansprechend. Bei dem Sneeboer-Gerät wäre mir eine Schlaufe zum Aufhängen auch willkommen gewesen, vielleicht bohre ich selbst mal ein Loch in den Griff und ziehe ein Band durch.

Erhältlich sind diese und weitere nützliche und schöne Geräte hier:
garten-gabel.com

Ich habe die Geräte kostenfrei zum Testen vom Händler erhalten. Auf meine Besprechung hat dieser keinen Einfluss genommen, mehr dazu siehe auch hier Infos - Kooperationen